Nach 135 Kilometern von Vienne hinauf zum Col de Porte setzte sich der Jumbo-Visma-Kapitän mit acht Sekunden Vorsprung vor Thibaut Pinot (F/Groupama-FDJ) und Emanuel Buchmann (D/Bora-hansgrohe).
Auf dem mehr als 17 Kilometer langen Schlussanstieg setzte der Slowene 600 Meter vor dem Ziel den entscheidenden Zwischenspurt, ohne aus dem Sattel zu gehen. Zuvor hatte die Ineos-Mannschaft um den kolumbianischen Tour-de-France-Sieger Egan Bernal, der als Zehnter (0:10) ins Ziel kam, das Tempo bestimmt.
Die Kolumbianer Nairo Quintana (Arkea-Samsic), Miguel Angel Lopez (Astana) und Daniel Felipe Martinez (EF) waren neben Richie Porte (Trek-Segafredo), Mikel Landa (Bahrain-Merida) und dem bereits erwähnten Bernal die einzigen anderen Fahrer, die den amtierenden Vuelta-Sieger Roglic in Sichtweite halten konnten.
Während Bernal und Roglic ihren Kapitänsrollen gerecht wurden, stellten sowohl Ineos als auch Jumbo-Visma ihre Alternativen Chris Froome und Geraint Thomas sowie Tom Dumoulin und Steven Kruijswijk am Col de Porte frei. Sie fuhren jeweils ihr eigenes Rennen, blieben so lange in der Favoritengruppe, wie es ihnen dort zu gefallen schien und ließen sich dann zurückfallen - Froome sogar bis auf 8:32 Minuten.
Erwartungsgemäß musste Wout Van Aert (Jumbo-Visma) am Donnerstag das Gelbe Trikot des Gesamtspitzenreiters an seinen Mannschaftsgefährten Roglic abtreten. Lange Zeit leistete der 25-Jährige Führungsarbeit, ehe er im Schlussanstieg abreißen ließ.
„Das Team ist sehr gut gefahren und ich freue mich über einen weiteren Sieg. Wir alle wussten, dass der letzte Anstieg sehr schwierig sein würde und wir haben das Rennen von Anfang an kontrolliert. Die Jungs waren wirklich sehr, sehr stark", lobte Roglic.
Acht Kilometer vor der Ziellinie war mit dem Franzosen Bruno Armirail (Groupama-FDJ) der letzte Mitglied einer neunköpfigen Ausreißergruppe, diesmal ohne belgische Beteiligung, vom Feld der Favoriten gestellt worden.
Auch am Freitag, dem dritten Dauphiné-Tag, geht die Kletterpartie im Südosten Frankreichs weiter. Nach 85 nahezu flachen Kilometern geht es den Col de la Madeleine in 2.000 Metern Höhe hinauf – über eine neue Route, wie sie auch bei der Tour gefahren wird. Im 17,3 Kilometer langen und im Schnitt acht Prozent steilen Anstieg ist eine erste Selektion zu erwarten, so richtig zur Sache geht es nach der anschließenden Abfahrt auf dem Weg zur Bergankunft in Saint-Martin-de-Belleville (1. Kat). Auch dieser Anstieg ist mit 14,8 Kilometern sehr lang, im Schnitt aber „nur" sechs Prozent steil.

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