Zwei Stunden Abkühlung - „das war heute genau das Richtige“, freuen sich die Elf- bis Fünfzehnjährigen, für die am Mittwoch zwei Stunden Schwimmen und Toben im Wetzlarbad auf dem Plan stand. Am Nachmittag treffen sie sich in der Sporthalle der Pater-Damian-Schule. Baseball ist angesagt, aber Baseball spielt man im Freien. Auf die Frage, etwas heiß dafür, lautet die knappe Antwort „nö“. „Macht Spaß“, fügt der elfjährige Ilian an. „Vor allem das Werfen“. Von Base zu Base laufen, da ist Schnelligkeit gefragt. „Und man muss Zielsicherheit und genug Kraft haben, um einen Ball weit zu schlagen“, erklärt der 14-jährige Lóránt.
Eine abgeänderte Version des amerikanischen Baseball wird im Eupener Sportlager gespielt. Wer den Ball mit dem Baseballschläger mehrmals verfehlt, der darf es mit einem Tennisschläger versuchen. Und auch die Auswahl an Bällen ist vielfältig, vom Tennisball bis zum Fußball und Rugby-Ball. Bevor es in die Halle, zu etlichen Runden Badminton, geht, genießen die Jugendlichen eine kleine Ruhepause im Schatten. Erzählen von ihren Lieblingssportarten. Fußball lässt kaum einer aus. „Fußball haben wir am ersten Tag im Sportlager gespielt“, verraten sie. Doch offensichtlich sind zusätzlich zum Fußball fast alle Gruppenspiele beliebt. Hockey, Basketball, Tennis und mehr zählen die Jugendlichen auf. „Leichtathletik“, fügt der 14-jährige Ben hinzu, und viele nicken.
Der zwölfjährige Mikka ist von Badminton begeistert. „Weil man es fast überall spielen kann. Ich spiele in unserem Garten, versuche meine Eltern zum Mitspielen zu überreden“, erzählt er. In der Halle trifft er auf weitere Badminton-Fans, die drei 15-jährigen Clara, Pia und Paula. „Badminton gefällt uns am besten“, versichern sie. „Handball war auch cool, Hockey war lustig“, sagen sie. Nur Staffellauf hat ihnen offenbar weniger gefallen. „Da braucht man viel Ausdauer“, so der Kommentar. Pia und Paula haben bereits als Fünfjährige am Sportlager teilgenommen, und seitdem alle Jahre wieder. „Es gibt immer wieder neue Sportarten zu entdecken“, sagen sie.
Wegen Corona waren keine kurzfristige Teilnahme am diesjährigen Eupener Sportlager möglich.
Dafür sorgen die beiden hauptamtlichen Jugendleiter Sebastian Bühler und Gregory Kriescher. Beide selbst sportbegeistert, sind sie ständig auf der Suche nach Sportarten, die neu und „in“ sind. „Zum Beispiel Kinn-Ball, das mit einem Ball gespielt wird, der einen Durchmesser von anderthalb Metern hat“, sagt Gregory Kriescher. Und dann gibt es noch Flag-Ball, ein Spiel das sich am amerikanischen Football orientiert. Und im vergangenen Jahr gab es zum ersten Mal Spike-Ball.
Rund 200 Kinder und Jugendliche haben am 61. Sommerlager des Eupener Sportbunds teilgenommen. Mehr Übungsleiter als üblich waren dabei. Und der Organisationsaufwand war größer.
„Wir mussten unser gesamtes Konzept umwerfen“, sagt die Geschäftsführerin des Sportbundes, Anne Brüll. Die Anti-Corona-Maßnahmen erlauben nicht mehr als 50 pro Kontaktblase.
Sich kurzfristig für eine Teilnahme zu entscheiden, das ging nicht. „Alles nur auf Voranmeldung“, sagt Anne Brüll. „Aber wir haben alle Interessierten aufnehmen können“, fügt sie an.

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