Eifeler Wallfahrtsorte zu Mariä Himmelfahrt: Was findet wie und wo statt?
Glaube
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Jedes Jahr am Fest Mariä Himmelfahrt erlebt die Eifel eine echte Wallfahrtsbewegung.
Neundorf ist die älteste Pilgerstätte im Süden Ostbelgiens.
| Archivfoto: Lothar Klinges
Neben den weiten Pilgerreisen bestimmen die lokalen Wallfahrten in die Nachbardörfer seit jeher die Volksfrömmigkeit der Eifeler. Unter den zahlreichen lokalen Wallfahrten hat die nach Neundorf als der wohl ältesten marianischen Pilgerstätte der Eifel eine ausschlaggebende Bedeutung.
Neundorf:
Die Bewohner aus Maspelt und Bracht sind bereits am vergangenen Sonntag, 9. August nach Neundorf gepilgert, wo zum Abschluss eine Andacht, gefolgt vom Gang durch die Kreuzweganlage, stattfand. Die Wallfahrt am 15. August von Aldringen über Maldingen und Braunlauf nach Neundorf entfällt. In Neundorf finden die fünf Gebetszeiten vor der Kirche am Außenaltar statt, gefolgt von einem Gang durch die Kreuzweganlage. Bei Regenwetter entfallen die Gebetszeiten: 14.30 Uhr für den Pfarrverband Reuland mit Aldringen-Thommen; 15.30 Uhr für die Pfarre St. Vith; 16.30 Uhr für die Pfarre Rodt-Hinderhausen; 19.30 Uhr für die Pfarren Recht und St.Vith; 20.30 Uhr für die Pfarre Neundorf-Crombach-Weisten.
Montenau: Seit vielen Jahrzehnten ist die Marienkapelle „Jungfrau der Armen“ in der Nähe des Klosters St. Raphael Montenau Anziehungspunkt für zahlreiche Pilger zu Mariä Himmelfahrt. Ende August 2018 haben die letzten drei Ordensleute das Kloster des Steyler Ordens verlassen. Die Kontaktgruppe Iveldingen-Montenau führt nunmehr die Tradition des Marienfestes fort.
In diesem Jahr allerdings findet am 15. August eine Marienfeier um 19.15 Uhr in der Pfarrkirche Iveldingen statt. Sie steht unter dem Leitgedanken „Blühendes Leben - Maria“. Der Erlös der Kollekte kommt wie im vergangenen Jahr der Beschützenden Werkstätte Meyerode zugute. Die traditionelle Marienfeier um 20 Uhr am Kloster St. Raphael in Montenau mit Lichterprozession durch den Wald entfällt.
Amel: Treu einem Gelöbnis pilgern seit 1923 alljährlich Gläubige zu Fuß von Amel zur Kapelle „Unserer Lieben Frau der Kranken“ in Malmedy. Am Fest Mariä Himmelfahrt, dem 15. August, geht es also zum 97. Mal los. Die Wallfahrergruppe aus Amel und Umgebung, die über Generationen hinweg dem Gelübde treu blieb, macht sich frühmorgens auf den rund 18 Kilometer langen Weg nach Malmedy. Jeder, der möchte, kann sich der Pilgergruppe auf ihrem Weg anschließen. Die Pilger treffen sich (ohne Anmeldung) am 15. August morgens um 6 Uhr an der Post in Amel. Um 10.30 Uhr beginnt der Gottesdienst in Malmedy. Die Andacht um 14 Uhr in der Krankenkapelle entfällt, da der Raum zu klein ist. Allerdings findet wie gewohnt der Kreuzweg statt. In Meyerode-Medell entfällt am 15. August die Prozession zur Marienkapelle. Die Pilger versammeln sich direkt um 14.30 Uhr zur Andacht an der Pfarrkirche Meyerode.
Weywertz:
Zum 75. Mal wären nach dem Gottesdienst an diesem 15. August die Gläubigen von der Weywertzer Pfarrkirche aus zum großen Wegekreuz am Kreisverkehr von Weywertz-Bahnhof (Ober-Weywertz) gezogen, das unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges errichtet wurde, weil die Ortschaft größtenteils von der Ardennen-Offensive verschont geblieben war. Vor genau 25 Jahren, im August 1995, wurde an dieser Stelle ein neues Kreuz errichtet. Aufgrund der aktuellen Bestimmungen entfällt die Prozession, die an mehreren Stationen Halt gemacht hätte. Es findet allerdings im Anschluss an den Gottesdienst eine Marienandacht in der Kirche statt.
Dürler: Die Tradition der Marienprozession in Dürler am 15. August blickt noch auf eine rechte junge Geschichte zurück. Die Kapelle wurde von der Ortsbevölkerung und ihrem damaligen Pfarrer Franz Basner als Zeichen des Dankes dafür erbaut, dass die Ortschaft während des Zweiten Weltkrieges durch einen Navigationsirrtum am 5. Januar 1945 vom drohenden und bereits geplanten Bombenhagel wie durch ein Wunder verschont blieb. Die Andacht beginnt um 20.30 Uhr vor der beleuchteten Banneux-Kapelle „Auf dem Berg“. Es findet keine Lichterprozession statt. Bei Regenwetter entfällt auch die Andacht.
Lommersweiler:
Seit 88 Jahren ist Lommersweiler eine geschätzte Wallfahrtsstätte. Schon in den Zwischenkriegsjahren zog es zahlreiche Gläubige in den Ort, wo sie der Musikverein „Eifeltreu“ am damaligen Bahnhof abholte und zur Kirche und zur von Pfarrer Wilhelm Busch (1928-1939) erbauten und am 3. Juli 1932 eingeweihten Lourdesgrotte im Ortskern geleitete. Pater Busch hatte vom Bischof von Lourdes einen Stein aus der dortigen Mariengrotte erhalten, der einen Platz an der linken Seite des Altars fand. Am 15. August startet um 14.30 Uhr die 88. Fußwallfahrt ab Kapelle Neidingen über die Wadel nach Lommersweiler. Eine Stunde später findet an der Pfarrkirche Lommersweiler das Abschlussgebet statt.
Schönberg: Am 15. August machen sich um 7.45 Uhr zum 45. Mal Fußpilger in Mürringen auf den Weg über Hünningen (8.15 Uhr) und Honsfeld, wo sich weitere Pilger anschließen. An der Kirche in Honsfeld (8.45 Uhr) findet eine kurze Rastpause statt, ehe es dann über den Höhenzug „Bracht“ zur Funkenheck geht, wo an einer Jagdhütte mit überdachtem Anbau gegen 9.30 Uhr die Pause eingelegt wird. Bergauf begibt sich die Gruppe nach Herresbach, wo im Vereinshaus die Mittagspause stattfindet. Hier stößt zum 33. Mal die Pilgergruppe (Anmeldung bei Elisabeth Hoffmann, Holzheim, Tel. 080/548366) aus Manderfeld-Lanzerath hinzu, die um 10 Uhr von Holzheim über Eimerscheid und Herresbacher Mühle ebenfalls im Vereinslokal eintrifft. Ein sogenanntes Besenfahrzeug begleitet die Gruppe, um das Gepäck zu transportieren und müde gewordene Pilger eine kurze Wegstrecke mitzunehmen. Um 13 Uhr ziehen die Pilger ab Herresbach durch das kleine Weberbachtal nach Schönberg, wo sie kurz vor 14.30 Uhr an der Pfarrkirche von Dechant Claude Theiss willkommen geheißen werden. Anmeldungen und Infos bei Albert Velz, Mürringen, Tel. 0477/897580 oder bei Käthe Roehl, Hünningen, Tel. 080/ 647756. (kli)
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