„Gehen unter freiem Himmel“: hygienischer geht es kaum. Frische Luft auf weiter Flur. Pilgern ist kein Mannschaftsausflug, kein Rummeltourismus. Abstand halten, das sollte unter Pilgern doch leicht umzusetzen sein. Rechtlich sind derzeit Outdoor-Veranstaltungen bis zu 200 Personen erlaubt, womit Pilger in vorzugsweise kleineren Gruppen unterwegs sein können. Großwallfahrten mit mehreren hundert und tausend Teilnehmern hingegen wurden abgesagt.
Am Samstag, 15. August, feiern katholische Christen das Fest der Aufnahme Marias in den Himmel. Es ist das älteste Marienfest mit Wurzeln, die ins vierte Jahrhundert zurückreichen. In vielen Kirchen, so auch in Neundorf, gibt es Gemälde oder Altarbilder, die zeigen, dass Maria in den Himmel aufgenommen wurde. An diesem Festtag pilgern wieder unzählige Gläubige aus Ostbelgien und dem nahen Rheinland zur Grotte von Schönberg, um an der Prozession teilzunehmen, in diesem Corona-Jahr jedoch verteilt auf fünf Feiern.
Schönberg gilt als das kleine Lourdes im oberen Ourtal und zieht seit über acht Jahrzehnten nicht allein am 15. August, sondern während des ganzen Jahres unzählige Christen von nah und fern an, die dort im Gebet vor der Grotte verweilen oder aber betend und staunend durch die herrliche Kreuzweganlage ziehen. Schönberg ist zwar eine der jüngsten, jedoch unbestritten die beliebteste Pilgerstätte Ostbelgiens. So lag es nahe, dass vor genau 20 Jahren die Schönberger Pfarrkirche zur Pilgerkirche erklärt wurde, da sich der Ort in den vielen Jahren zu einer wahrlich regionalen Marienwallfahrtsstätte entwickelt hat.
Für die Verantwortlichen der Kreuzweganlage um VoG-Präsident Rudi Kohnen ist es ein Herzensanliegen, die Anlage mitsamt Grotte und Kreuzweg in einem guten Zustand zu erhalten. So wurden 2018 die Kreuzwegstationen gründlich gereinigt und neu gestrichen. Im vergangenen Jahr 2019 wurde der Jesus-Corpus aus Stein komplett erneuert, während die Arme und Beine von der alten Figur übernommen werden konnten. Das Kreuz wurde ebenfalls von einem Restaurator renoviert, erklärt der 61-jährige Vorsitzende. Am 15. August bildet die Grotte mit der umliegenden Kreuzweganlage erneut den einladenden Rahmen für eine eindrucksvolle Feier des Glaubens über die Grenzen hinweg.
In diesem Jahr wird das Pilgerprogramm in Schönberg und in weiteren Eifeler Pilgerstätten zum Teil stark abgeändert. Die Verantwortlichen haben sich aufgrund der Corona-Pandemie die Entscheidung nicht leicht gemacht. Als Veranstalter trägt man eine hohe Verantwortung für die Gesundheit der Pilger.
So bieten die Verantwortlichen diesmal im Stundentakt eine kurze Gebetszeit an, gefolgt von einem Gang durch die Kreuzweganlagen von Neundorf und Schönberg. Für dieses Angebot unter freiem Himmel, an dem bis zu 200 Personen teilnehmen können, wird für genügend Sitzgelegenheit insbesondere für die älteren Pilger gesorgt. Bei starkem Regen entfallen die Feierlichkeiten, da in den Kirchen die notwendige Abstandsregel bei einer hohen Anzahl an Teilnehmern nicht eingehalten werden kann.
In Schönberg finden kurze Gebetszeiten für jeweils 200 Personen draußen statt.
In Schönberg finden daher gleich fünf Gebetszeiten vor der Grotte statt: 14.30 Uhr für die Pfarren Mürringen, Herresbach, Manderfeld-Krewinkel; 16.30 Uhr für die Pfarren Emmels und Wallerode; 19.30 Uhr für die Pfarre Schönberg und für Auswärtige; 20.30 Uhr für die Pfarren Bleialf und Roth.
Was in den anderen Wallfahrtsorten stattfindet, lesen Sie hier.

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