Aber das ist nur ein Teil der Kosten: Untersuchungen und Behandlungen sind noch nicht in die Berechnung berücksichtigt. Das Likiv hat eine Schätzung für die Corona-Maßnahmen einerseits und die mit Covid-19 verbundenen Kosten für Krankenhäuser andererseits vorgenommen und die Mehrkosten vorerst auf 512 Millionen Euro veranschlagt. Die größten Ausgabenposten sind besondere Schutzmaßnahmen und Materialien für die Pflegekräfte (168 Millionen), Anpassungen in der Grundpflege (59 Millionen), die Erstattung von Tests (42 Millionen) und die Kosten für Triage- und Entnahmezentren (32 Millionen). Andere Maßnahmen sind weniger kostspielig. Der verstärkte Einsatz von Sauerstoff beispielsweise wird auf fast 1,5 Millionen Euro geschätzt, präventive Hygienemaßnahmen beim Patiententransport kosteten 315.000 Euro.
Um die mit dem Coronavirus verbundenen Krankenhauskosten zu berechnen, ging das Likiv von 17.500 Einweisungen in die Spitäler aus. Eine weitere Annahme war, dass Corona-Patienten im Durchschnitt zehn Tage auf Nicht-Intensivstationen und vierzehn Tage auf Intensivstationen bleiben. Demnach beliefen sich diese Kosten auf 151 Millionen Euro.
Laut Likiv sind die Standardkosten für eine Covid-19-Behandlung nicht kalkulierbar, da es große Unterschiede im Krankheitsbild gibt. Manchmal gebe es Herz- und Lungenprobleme oder neurologische Folgen. Einige Patienten hätten Wundliegen. Auch der Bedarf an intensiver Reha sei unterschiedlich.
Während des Lockdowns durften die Ärzte 20 Euro für eine Tele-Sprechstunde verlangen, eine Maßnahme, die aus der Not heraus eingeführt wurde. Vorläufige Zahlen, die bis einschließlich 31. Mai bei den Versicherungsgesellschaften eingegangen sind, zeigen nun, dass die Ärzte insgesamt über 3,7 Millionen Fernberatungen - per Telefon oder Videokonsultation - durchgeführt haben. Die Kosten belaufen sich daher auf mindestens 77 Millionen Euro.
Auf der anderen Seite wurde die nicht dringende Versorgung aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Die Daten sind noch nicht vollständig, aber für April zum Beispiel waren die Ausgaben für nicht dringende Pflege außerhalb des Krankenhauses um mehr als ein Viertel niedriger als im April letzten Jahres. Der Rückgang war besonders ausgeprägt bei Zahnärzten und Optikern (- 93 %), Physiotherapeuten (- 78 %) und Sprachtherapeuten (- 76 %). (gz/belga)

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