Kinderexperten fordern Schulstart zu 100 % für alle

<p>Kinderexperten fordern Schulstart zu 100 % für alle</p>
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In einem offenen Brief bitten sie darum, die Wiedereröffnung der Schulen zur Hauptpriorität zu machen. „Die Schulpflicht und das Recht zu lernen müssen eingefordert werden. Ein Funktionieren von 50 oder 80 Prozent ist NICHT ausreichend. Ein Fernstudium ist NICHT ausreichend. Ein theoretischer Fahrplan ist NICHT genug“, schreiben sie. In den nächsten Tagen wird eine Entscheidung über die Wiedereröffnung der Schulen getroffen und wie der Neustart für die Schüler im Land aussehen wird.

„Mehr als 2,3 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben in Belgien. Sie sind unsere Zukunft. Und wir als Gesellschaft gefährden ernsthaft die Zukunft unserer jungen Menschen, wenn wir nicht entschlossen die Trumpfkarte der Kinder und Jugendlichen ziehen. Der vollständige Neustart der Schulen spielt dabei eine zentrale Rolle“, heißt es in dem offenen Brief.

„Wir wissen aus zahlreichen wissenschaftlichen und epidemiologischen Untersuchungen, dass die Gesundheitsrisiken für Kinder und Jugendliche minimal sind und die Übertragung von Covid-19 begrenzt ist. Gestützt auf die neuesten internationalen wissenschaftlichen Erkenntnisse fordern wir, dass die Wiedereröffnung der Schulen zur obersten Priorität gemacht wird. Die Schulen müssen sowohl logistisch als auch personell so ausgestattet werden, dass es möglich ist, sie vollständig zu öffnen und allen Kindern einen Ganztagsunterricht zu ermöglichen".

Die Task Force, an der Kinderärzte, Psychiater, Psychologen und Pflegekräfte beteiligt sind, schlägt allgemeine Hygienemaßnahmen vor, die auf die Zielgruppe und den schulischen Kontext zugeschnitten sind: kein Abstand von 1,5 m zwischen den Schülern, drinnen in ihrer Klassenblase und draußen innerhalb ihrer Jahrgangsblase (wohl aber zwischen Schülern und Erwachsenen und zwischen Erwachsenen). Darüber hinaus befürwortet die Gruppe den „rationalen Gebrauch von Mundmasken“ für die älteren Altersgruppen (+12 Jahre), wie allgemein empfohlen.

Im Juni hatten die Unterrichtsminister der drei Gemeinschaften abgesprochen, dass auch bei einer zweiten Corona-Welle die Schulen in Belgien ab September wieder öffnen, auch in der DG. Im Kindergärten und in der Primarschule sollen alle Kinder zu hundert Prozent zurückkehren können – egal, wie sich die Lage entwickelt. Für Sekundarschüler dagegen soll der Unterricht eingeschränkt werden. Als Orientierungshilfe dient ein Farbcode-System: Je nach Szenario sollen bestimmte Sicherheitsmaßnahmen gelten. (gz/belga)

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