In einer Woche zum Star in der Manege

„Aber Spaß macht es trotzdem“, versichern die Kinder und Jugendlichen und freuen sich auf die Show, auf ihren Auftritt vor Publikum.

Der Zirkus Soluna, der die Workshops begleitet, ist diesmal nicht mit einem großen Zirkuszelt angerückt. In der Eynattener Sporthalle finden die Ateliers statt und sind auf 40 Teilnehmer beschränkt. Hinzu kommen acht Betreuer. „So bleiben wir in der Blase von 50“, sagt Werner Kalff, Leiter des Jugendtreffs Inside. Zur Zirkuswoche in den Osterferien waren 75 Anmeldungen eingegangen. Nur 60 hätten berücksichtigt werden können. „Ich freue mich, dass ich mitmachen darf“, ist von Kindern zu hören. Leider seien ein paar Sommerlager ausgefallen. Und was tun während der langen Ferien, bemerken einige. Für viele jedoch ist die Zirkuswoche das Highlight. „Ich habe noch keine verpasst“, verraten sie.

Eine Leidenschaft für das Einradfahren entwickelt

So auch die 16-jährige Celina, die vom Start an, vor acht Jahren, dabei ist. Mittlerweile ist sie Trainerin, zeigt den Kindern, wie Balllaufen ohne Runterplumpsen funktioniert und vieles mehr. Ihr Favorit ist die Akrobatik am Trapez. Aber die gibt es in diesem Jahr nicht. Auch Akrobatik am Vertikaltuch und andere gefährliche Darbietungen fallen aus. Kein Problem für die 17-jährige Nele. Ihre Leidenschaft ist das Einradfahren. „Das habe ich als Kind in einer Woche gelernt. Ihren jüngeren Bruder Linus hat sie mit ihrer Liebe zum Einrad angesteckt. „Und wir üben auch ständig zu Hause“, sagt sie. Während der Zirkuswoche zeigt sie als Trainerin den Anfängern, worauf es dabei ankommt. Am ersten Tag der Zirkuswoche durften die Kinder und Jugendlichen alle Ateliers ausprobieren. Danach mussten sie sich für drei Workshops entscheiden. Balllaufen ist offensichtlich sehr beliebt, aber auch mit Tellern jonglieren. Zirkus bedeutet auch Magie und Illusion. So war in diesem Jahr auch der Zauberkünstler, der Dinge verschwinden und an ungeahnten Orten wieder auftauchen lässt, von vielen Kindern umringt. Mutige zog es zu einem Haufen Glasscherben, auf dem es galt, einen Handstand zu vollführen. „Ja, es ist wirklich Glas“, bestätigt Werner Kalff. „Doch was gefährlich aussieht, ist im Zirkus in Wirklichkeit doch nicht so gefährlich – so ist Zirkus“, fügt er an.

<p>„Übung macht den Meister“, lautet auch hier die Devise.</p>
„Übung macht den Meister“, lautet auch hier die Devise.

Die Zirkuswoche in Eynatten ist einem Zirkuspädagogen aus Berlin, der beim Jugendtreff Inside ein Praktikum gemacht hat, zu verdanken. „Er hat vor acht Jahren den Kontakt zum Zirkus Soluna aus Köln hergestellt“, sagt Werner Kalff. So hatten die Zirkusvorstellungen in Eynatten fast einen professionellen Charakter. Werner Kalff erinnert sich: Die Zuschauer betraten ein dunkles Zelt, saßen im Halbrund. Es gab 250 Sitzplätze. Sobald es hieß: Spotlight auf die Akteure, wurde es spannend. Akrobaten am Trapez und am Vertikaltuch zeigten ihr Können. Tanzten auf dem Seil. Fuhren sogar Fahrrad darauf. Feurige Darbietungen durften die Jongleure vollführen.

Fantastische Show zum Abschluss der Woche vor Publikum

Diesmal fand das Finale der Zirkuswoche in der Sporthalle statt, vor nicht mehr als 100 Zuschauern, die eine Maske trugen und sich vorher anmelden mussten. Pro Kind waren zwei Personen erlaubt. „Es wird dennoch eine fantastische Show“, freuten sich die Kinder schon im Vorfeld. Nicht nur für ihre Darbietung haben sie täglich vier Stunden lang geübt. Auch das professionelle Auftreten, zum Beispiel, dass der Zirkuskünstler rückwärtsgehend die Manege verlässt, sich gekonnt vom Publikum verabschiedet, haben sie geprobt.

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