Wie Innenminister Pieter De Crem (CD&V) bei der Vorstellung des Programms für den morgigen 21. Juli erklärte, werde man in diesem Jahr den Opfern der Pandemie die Ehre erweisen und all jene Menschen ehren, die in Sektoren tätig seien, die während der Krise außergewöhnliche Anstrengungen unternommen hätten.
Der Nationalfeiertag, der jedes Jahr rund 300.000 Menschen auf die Straßen des Brüsseler Stadtzentrums lockt, ist direkt von der Entscheidung des Nationalen Sicherheitsrates betroffen, alle Massenveranstaltungen bis zum 1. September abzusagen.
Das Te Deum findet am Morgen in Anwesenheit von hundert Gästen statt – normalerweise nehmen bis zu 1.000 geladene Gäste daran teil. Die Feierlichkeiten im Park und das Feuerwerk wurden abgesagt. Für 10 Uhr sind drei Schweigeminuten zum Gedenken an die Opfer von Covid-19 vorgesehen. Laut De Crem wird es eine alternative Zeremonie auf dem Place des Palais geben. Hier seien maximal 200 Personen zugelassen – ein tiefer Einschnitt im Vergleich zu den 2.000 Gästen, die normalerweise daran teilnehmen.
Dennoch wird es in diesem Jahr eine kleine Parade geben. Allerdings werden die großen Tribünen, von denen die Königsfamilie, Regierungsmitglieder sowie zahlreiche Geladene das Defilee, an dem traditionsgemäß Militärangehörige sowie zahlreiche zivile Dienste teilnehmen, diesmal nicht aufgebaut. Man tue alles, um Menschenmassen zu vermeiden, so der Minister.
Die Zeremonien im Rahmen des morgigen 21. Juli sollen ganz im Zeichen der Coronakrise stehen. Dabei soll nicht nur den Opfern gedacht werden, die das Land seit Ausbruch des Virus zu beklagen hat, sondern auch all jenen Akteuren, die sich während der Krise durch ihren Einsatz verdient gemacht haben. Dazu gehöre nicht nur das Krankenhaus- und Heimpflegepersonal, sondern auch Reinigungskräfte, Bestattungsunternehmen sowie der gesamte Transportsektor. Eine ganz besondere Ehre wird vier Personen zuteil, deren ganz persönlicher Einsatz hilfsbedürftigen Menschen dabei geholfen hat, die Zeit des Lockdowns besser zu überstehen. Es handelt sich um Personen, deren Einsatz bzw. deren Geschichte auf der Internetseite „#PleinDEspoir“ erzählt wird. Die vier Auserwählten werden jedenfalls von König Philippe in Audienz empfangen.
Im Rahmen der Kampagne „Belgien, ansonsten phänomenal“ (La Belgique, autrement phénoménale) strahlen RTBF und VRT ab 14 Uhr Konzerte aus, die in fünf belgischen Städten ohne Publikum aufgenommen wurden. Rund zehn Künstler, darunter DJ Henri PFR, Selah Sue, Ozark Henri, Daan und Alice on the Roof werden Lieder singen, die sich auf die Gesundheitskrise beziehen. (um/belga)

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