Wieso „müssen“ Linden neuem Parkplatz in Hergenrath weichen?

Bäume sind keine Gegenstände, keine Möbel oder leerstehende Häuser die man einfach abreißt. Leerstehend sind die beiden Linden am allerwenigsten. Hunderte, wenn nicht Tausende Tiere ernähren sich von Wurzeln, von Holz und Rinde, von Knospen, Blättern, Blüten und Früchten. Meist sind diese Tiere gut versteckt und so winzig, dass man sie kaum wahrnimmt. Dazu kommen Spinnen, Milben und andere Räuber, die sich von den Insekten und ihren Larven, also den Pflanzenfressern ernähren. Diese beiden Bäume sind ein biologischer Kreislauf in sich. Dieser Kreislauf hat 80 Jahre gebraucht, um das zu werden, was er heute ist. Sollten die Linden sterben, sterben mit ihnen auch noch viele andere Lebewesen.

Es gibt bei uns weit mehr als zwanzig Nacht -Tagfalter deren Raupen Lindenblätter fressen; die Hälfte davon fressen nichts anderes, sind also abhängig von der Linde. Wo sollen die denn alle hin, wenn man bedenkt, dass – nach dem Artikel im GrenzEcho – Lindenbäume nicht mehr gepflanzt werden sollen, da sie pflegebedürftig sind und Geld kosten. Die letzten dieser Falter werden dann die letzte Linde aus Nahrungsmangel kahl fressen, um am Ende mit der Giftkeule als Schädlinge getötet zu werden.

Die beiden Linden sind mit ihren 80 Jahren noch recht jung. Linden können über 800 Jahre alt werden. Was heißt denn da „die sterben sowieso früher wegen der schlechten Pflege“? Wie viel früher denn 100-200-300 oder...?

„Die Linde kommt 300 Jahre, steht 300 Jahre und vergeht 300 Jahre“, sagt der Volksmund. Höchstwahrscheinlich gibt es ein positives Gutachten, da die Bäume nicht geschützt sind und auch nicht in einem geschützten Gebiet stehen. Dies heißt aber nicht, dass sie gefällt werden müssen. Diese Entscheidung liegt allein bei der Gemeinde.

Eine Option Pro Planet Erde.

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