Bärenstarker Litschi-Gin aus Raeren

<p>Im Sommer 2016 kam der Panda Gin auf den Markt. Es werden jährlich 30.000 Flaschen produziert. | Fotos: Panda Gin</p>
Im Sommer 2016 kam der Panda Gin auf den Markt. Es werden jährlich 30.000 Flaschen produziert. | Fotos: Panda Gin


Herr Chauvaux, im Sommer 2016 wurde das Pandababy Tian Bao in Pairi Daiza geboren. Die Geburt des „Panda Gin“ fand zur gleichen Zeit statt. War das Absicht?


Nein. Die Geburt unseres Panda Gins fand zur gleichen Zeit statt, aber es war einfach nur ein schöner Zufall. Es gibt allerdings von Anfang an eine enge Zusammenarbeit mit dem zoologischen Park. Man kann unser Produkt im Zoo-Shop kaufen.


Wer steckt hinter dem „Panda Gin“ und was hat Sie motiviert, diesen Gin zu kreieren?


Wir sind vier Freunde: Corentin Janssens, Jonathan Blanchart, Sonny Mortiaux und ich. Wir teilen die Leidenschaft für Spirituosen und haben im Hotel- und Gastronomiebereich gearbeitet, kommen aber auch aus dem Kommunikations- und Marketingsektor. Es ist für unser gemeinsames Projekt durchaus von Vorteil, über das Wissen aus so unterschiedlichen Bereichen zu verfügen. So knüpften wir schnell Kontakte in der Gastronomie und konnten uns auch werbetechnisch gut platzieren. Mit unserem Slogan „Think Panda. Drink Panda. Be Panda“ wollen wir die Menschen in das Universum der Pandas entführen. Der Litschi-Gin passt einfach in diese asiatische, exotische Welt.


Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Litschi und Kirsche im Gin zu verwenden?


Wir stellten zum einen fest, dass es einen Mangel an Spirituosen mit Bio-Label gibt. Außerdem ist uns aufgefallen, dass die Litschi sehr selten, beziehungsweise gar nicht als Geschmackselement verwendet wird. Bei der Wahl des Alkohols haben wir uns für Gin entschieden, weil dieser zwar aufwendig herzustellen ist, aber dennoch schneller produziert werden kann, als die meisten anderen Alkoholsorten. Darüber hinaus ist Gin ein Alkohol, der sich sehr gut mit Litschi kombinieren lässt.


Das hört sich aber eher so an, als hätten Sie nach einem gewinnbringenden Geschäftsmodell gesucht, und weniger aus Leidenschaft für Gin gehandelt.


Nein. Das stimmt so nicht. Wir sind alle vier große Spirituosenliebhaber. Ohne Hingabe wäre so ein Projekt nicht möglich. Das Thema fasziniert uns schon lange. Aber in der Tat haben wir uns bei diesem ersten Projekt einfachheitshalber für Gin, das momentane In-Produkt, entschieden.


Was war die größte Herausforderung bei der Herstellung?


Die Schwierigkeit bestand darin, die perfekte Balance zwischen der Süße der Litschi und der Bitterkeit der Wacholderbeere zu finden. Wir haben eine Menge Testläufe durchführen müssen, ehe das Resultat zufriedenstellend war.


Wie lange hat die Entwicklung der Rezeptur gedauert?


Wir haben rund ein Jahr gebraucht, um das Rezept zu entwickeln. Wir haben den Gin sowohl im Freundeskreis als auch in ein paar Bars getestet. Anfangs haben wir bei uns zu Hause gebrannt. Der Start war etwas amateurhaft. Später haben wir einen Partner gesucht und in der Brennerei Radermacher gefunden.


Was hat Sie dazu bewogen, sich für die Destillerie Radermacher zu entscheiden?


Es ist eine Destillierie mit einem Know-how von mehr als 100 Jahren. Es handelt sich um einen Betrieb in überschaubarer Größe. So konnte eine Partnerschaft entstehen, bei der auf unsere Wünsche eingegangen und nach unseren Vorgaben gearbeitet wird.


Wie kommen Litschi- und Kirschgeschmack in den Gin?


Die Süße der Litschi liegt im Fruchtfleisch. Wir verwenden die Technik der Mazeration und der Infusion, um sie herauszulösen. Wir kaufen die Litschis in China als ganze Früchte. Bei einem unserer Partner werden sie entkernt und geschält, um dann weiterverarbeitet zu werden. Wie genau das geschieht, ist natürlich unser Geheimnis.


Und das Wasser, mit dem der Alkohol herabgesetzt wird?


Es handelt sich um Wasser aus dem Hohen Venn. Es ist besonders weich und sauber, was dem Gin einen ganz besonderen Geschmack verleiht.


Der Gin trägt ein Bio-Label. Was genau bedeutet das und warum ist es für Sie wichtig?


Es ist ein zertifizierter, zu 100 Prozent biologischer Gin. Als Botanicals benutzen wir neben Litschis unter anderem noch Orangenschale, Basilikum, Rosmarin, chinesischen Sternanis und natürlich Wacholderbeeren. Alle Beeren und Pflanzen, die wir verwenden, stammen aus biologischem Anbau. Wir unterstützen eine gesunde Landwirtschaft ohne Pestizide. Wir wollen den Verbrauchern so ein Qualitätsprodukt garantieren, das unseren Anforderungen entspricht.


Wie viele Flaschen werden pro Jahr produziert?


Wir produzieren etwa 30.000 Flaschen pro Jahr.


Sie haben das Design der Flasche überarbeitet. Was war die Absicht?


Wir sind von einer transparenten Flasche zu einer weißen, matten Soft-Touch-Flasche übergegangen. Wir wollten unsere Flasche zur Feier unseres zweijährigen Bestehens qualitativ hochwertiger und attraktiver gestalten.


„Panda Gin“ findet man nicht im Supermarkt. Warum haben Sie sich gegen diese Vertriebsstrategie entschieden?


Wir haben eine enge Zusammenarbeit mit Fachgeschäften angestrebt. Wir sind der Meinung, dass unser Gin ein Produkt ist, das es verdient, dem Kunden im Rahmen einer fachkundigen Beratung angeboten zu werden. Der Massenvertrieb erfordert außerdem hohe Werbeinvestitionen und wir bleiben ein Nischenprodukt.


Was ist Ihr nächstes Projekt?


Wir wollen unser Angebot an 100-prozentig biologischen Premium-Spirituosen erweitern. Wir arbeiten derzeit an einem neuen Produkt. Es soll in Kürze auf den Markt kommen.


Was ist der „perfect serve“ für den „Panda Gin“?


5cl Panda Gin, 12 cl „Fever Tree“ Indian-Tonic und als Dekoration drei Basilikumblätter oder ein Rosmarinzweig. Man kann auch eine frische, geschälte Litschi hinzugeben. Das ganze serviert in einem Ballonglas mit Eiswürfeln.


www.panda-gin.com

Testbericht: Ein Panda für gewisse Stunden

Der Panda Gin kommt in der mattweißen Flasche recht schick daher. Sobald der edle holzversetzte Korken den Flaschenhals verlassen hat, entströmt ein süßlicher Duft. Der Alkoholgehalt von 40 % vol. sticht weder in der Nase, noch kratzt er am Gaumen. Der Bio-Gin hat eine angenehme, weiche und florale Note. Wer experimentierfreudig ist und bereit, sich auch abseits der klassischen Gins auf Geschmackserfahrungen einzulassen, kommt hier auf seine Kosten. Dem Marken-Maskottchen gelingt es tatsächlich, jeden, der an dem ungewöhnlichen Getränk nippt, in seine chinesische Heimat zu entführen. Neben der Litschi dringt auch die Kirsche durch.

Von dem Preis – 38 Euro für 50 cl – sollte man sich nicht abschrecken lassen. Als Kaufargument lassen sich neben dem außergewöhnlichen Geschmack auch die biologische Herstellung und die ostbelgische Herkunft ins Feld führen. Die Hersteller sind überzeugt, den weltweit ersten Litschi-Gin kreiert zu haben. Ob dem so ist, bleibt schwer zu verifizieren. Fest steht jedenfalls, dass es ein ganz besonderer Gin ist. Nicht für alle Tage, aber doch für gewisse Stunden.

Kommentare

Kommentar verfassen