DG zieht Lohnerhöhung vor: Mehr Geld jetzt – Ab 2022 mehr Personal?

<p>Gute Nachrichten für Beschäftigte im Pflege- und Sozialsektor in der DG: ab September 2020 erhalten sie eine Lohn- bzw. Gehaltserhöhung, die je nach Statut bis zu 23 Prozent betragen kann.</p>
Gute Nachrichten für Beschäftigte im Pflege- und Sozialsektor in der DG: ab September 2020 erhalten sie eine Lohn- bzw. Gehaltserhöhung, die je nach Statut bis zu 23 Prozent betragen kann. | Illustrationsbild: Photo News

Darauf verständigten sich die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft sowie die Arbeitgeber und die Gewerkschaften im Sozialbereich am Donnerstag. Die Gehaltserhöhungen betragen je nach Statut bis zu 23 Prozent. Für die DG belaufen sich die Mehrkosten dieser Maßnahme in den Jahren 2020 und 2021 auf insgesamt 2,7 Millionen Euro.

Die DG ist seit dem 1. Januar 2019 zuständig für die Finanzierung der Wohn- und Pflegezentren. Aus diesem Grund hatten die Regierung und die Sozialpartner im Mai 2019 eine gestaffelte Erhöhung der Gehälter im Sozialbereich in den Jahren 2022, 2023 und 2024 vereinbart. „Diese Erhöhungen sollten ab 2024 1,7 Millionen Euro kosten. Den Kraftakt, die finanzielle Aufwertung des Sektors auf 2020 und 2021 vorzuziehen, ist die Regierung der DG bereit zu leisten, um die Sozialberufe attraktiver zu gestalten“, so Sozialminister Antonios Antoniadis (SP).

Das Addendum zu den beiden Abkommen im nicht-kommerziellen und dem öffentlichen Sektor, die jetzt unterzeichnet wurden, sieht vor, dass Pflegehelfer im nicht-kommerziellen Sektor künftig, je nach Dienstalter, bis zu 23 % mehr Gehalt erhalten. Im öffentlichen Sektor wird die Gehaltstabelle der Pflegehelfer um 12 % erhöht. Die Krankenpfleger werden vier Prozent mehr Gehalt erhalten.

Auch andere Berufsgruppen im nicht-kommerziellen Sektor, wie zum Beispiel die Unterhaltsarbeiter, Verwaltungskräfte, die Erzieher und Sozialarbeiter in den Behinderteneinrichtungen sowie in den Diensten der häuslichen Hilfe, beim RZKB, und viele weitere erfahren Erhöhungen zwischen zwei und vier Prozent.

Da die föderalen Baremen in den Wohn- und Pflegezentren für Senioren (WPZS) zum Teil bedeutend niedriger als die im nicht-kommerziellen Sektor der DG waren, erfahren diese anderen Berufsgruppen in den WPZS Erhöhungen, die je nach Dienstalter und Funktion bis zu 20 % betragen können. Bei der Sitzung mit den Sozialpartnern wurden zudem weitere, für den Sektor wichtige Entscheidungen getroffen und fest terminiert.

So wird die Arbeitsgruppe, die die Betreuungs- und Pflegenormen überarbeiten soll, spätestens im Mai 2021 eingesetzt. Sie soll den Empfehlungen des Bürgerrats Rechnung tragen. Die Regierung verpflichtet sich, die im Einvernehmen festgelegten Vorschläge der Arbeitsgruppe im ersten Halbjahr 2022 umzusetzen.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die im Sektorenabkommen vorgesehene Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Baremen. Man verständigte sich darauf, diese spätestens bis Dezember 2020 einzusetzen. Die vorgesehene Arbeitsgruppe zur Einführung einer spezifischen Gehaltstabelle wird im September 2020 eingesetzt und der Regierung Ende Oktober 2020 ihre Empfehlungen vorlegen.

Die Regierung verpflichtet sich auch hier, die im Einvernehmen festgelegten Vorschläge dieser Arbeitsgruppe bereits im ersten Halbjahr 2021 umzusetzen. Am Donnerstag wurde ebenfalls vereinbart, dass das Personalkataster spätestens im Januar 2021 einsatzfähig sein wird. Auf Grundlage dieses Katasters verpflichtet sich die Regierung der DG, in Absprache mit den Sozialpartnern im sozio-kulturellen Bereich zu überprüfen, ob die im Rahmenabkommen vorgesehene Erhöhung integral vorgezogen werden kann.

Mit der Unterzeichnung des Addendums kommt die DG der Aufwertung der Pflegeberufe einen großen und konkreten Schritt näher. „Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist allerdings ein zweiter notwendiger Baustein für die Erhöhung der Attraktivität der Pflege- und Sozialberufe“, heißt es in einer Mitteilung von Sozialminister Antonios Antoniadis. (red)

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