Nidrumer Schützenpräsident im Corona-Jahr erneut König

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Das neue Nidrumer Schützenkönigspaar Melanie Schleiss und Roland Herbrand mit Rainer Masson (2.Schriftführer/links) und Lionel Boemer (Vereinssekretär/rechts). | Foto: Lothar Klinges

Wegen der Corona-Krise liegen zurzeit große Teile der Zivilgesellschaft brach. Auch zahlreiche Schützenfeste wurden dieses Jahr abgesagt, an ein normales Sommerbrauchtum ist nicht zu denken. Jetzt müssen neue Wege gefunden werden.

Die Karnevalisten hatten Glück, ihre Umzüge fanden vor den Beschränkungen wegen der Ausbreitung des Virus. Doch an die vielen Schützenfeste im Sommer ist nicht zu denken. Das ist eine bittere Nachricht für viele Schützenvereine.

Das ist eine Mischung aus Traurigkeit und der Einsicht, dass es nicht anders geht und wir vernünftig sein müssen. Brauchtum ist Herzenssache und die persönliche Begegnung eine Kernfunktion des Brauchtums. Da schmerzt es natürlich sehr, wenn man Freunde nicht mehr sehen und treffen kann und das Miteinander durch die Corona-Krise und die notwendigen Beschränkungen gestört ist.

In Bezug auf die traditionellen Schützenfeste stellt dieses Jahr tatsächlich eine Pause dar. Vereine und Schützenwesen sind aber mehr als fröhliches Feiern an einigen Tagen. Das Miteinander ist wesentlich für den Zusammenhalt. Wären der Schützenverein nur ein Feierverein, hätte die Verbundenheit schnell ein Ende.

Die soziale Funktion drückt sich im Feiern aus, aber sie ist mehr als das gefeierte Schützenfest. Deshalb ist es ganz wesentlich, neue Formen des Miteinanders und der Kontaktpflege zu finden, damit die Bindung bestehen bleibt.

Wenn der Zusammenhalt groß ist und die Gemeinschaft innere Stärke besitzt, wird man dieses Jahr überstehen. Es kann sogar dazu dienen, dass man sich der Werte und Traditionen mehr bewusst wird. Dieser „Vermissens-Faktor“ drückt auch die Bindung aus: Wenn ein Ort merkt, wie schade es ist, dass es dieses Jahr kein Schützenfest gibt, dann stärkt das das Brauchtum. Dann freut man sich umso mehr auf das nächste Jahr und es wird klar, was das Wichtige an diesem Fest ist: das Miteinander.

Das traditionelle Zivilkönigsschießen musste in diesem Corona-Jahr ausfallen.

Bereits um 17.30 Uhr stand der neue Schützenkönig unter den zahlreich teilnehmenden Schützen fest, nachdem es im vergangenen Jahr zwei Stunden länger gedauert hatte. In einem erneut sehr spannenden Königsschießen holte schließlich wie im vergangenen Jahr Roland Herbrand in der 16. Runde (2019: in der elften Runde) mit dem 361. Schuss (2019: 406; 2018: 249) den Holzvogel von der Stange. Zu seiner Königin erwählte der 52-jährige Vater von zwei Kindern, seit sieben Jahren Mitglied der Michaelsschützen und seit 2019 deren Vereinspräsident, seine Frau Melanie Schleiss, mit der er seit 23 Jahren das Leben teilt, davon die letzten drei Jahre im Bund der Ehe. Der Bauunternehmer hatte den Königstitel erstmals vor sechs Jahren, 2014, errungen. Sollte er im kommenden 60. Jubiläumsjahr erneut König werden, dürfte er sich Schützenkaiser nennen. Rainer Masson, zweiter Schriftführer und seit 25 Jahren Mitglied des Vereins, sowie Vereinssekretär Lionel Boemer hielten die Laudatio und überreichten die Insignien an König und Königin.

Beim anschließenden Fest ließ sich der neuen König in diesem Corona-Jahr vereinsintern von ihren Vereinskameraden feiern. Auch wurden bei der Vereinsfeier die erfolgreichsten Schützen des vergangenen Jahres geehrt. Am 8.-9. Mai 2021 feiert der Verein sein 60-jährigen Bestehen im Rahmen eines großen Schützenfestes. (kli)

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