Lina Victoria Schmeink dreht in der Eifel wieder „ein Ding“

<p>Im Reitstall Kienert in der Eifel schwärmt Lina Victoria Schmeink (hier mit ihrem Pferd) von ihrem neuen Film „Der stumme Schrei.“</p>
Im Reitstall Kienert in der Eifel schwärmt Lina Victoria Schmeink (hier mit ihrem Pferd) von ihrem neuen Film „Der stumme Schrei.“ | Foto: Günther Sander

Seit den letzten wichtigen Drehtagen, nach dem die letzte Klappe fiel, hat sich für die Aachenerin viel getan. Der Film war gleichzeitig auch ihre Master-Abschlussarbeit. Im Gespräch mit dem GrenzEcho, das Rückblick und Vorschau zum Inhalt hat, zollt sie den Menschen in der Eifel ein dickes Lob und sagt: „Wir haben an allen Drehtagen viele zuvorkommende und hilfsbereite Leute angetroffen, die eine willkommene Unterstützung für unsere Arbeiten waren.“

Lina Victoria Schmeink aus Aachen-Schmithof, einen Steinwurf weit von der Eifel entfernt, liebt und schätzt die Eifel. Daher ergibt sich die Frage: Einmal Eifel, immer Eifel? In dieser Gegend spielten bekanntlich ihre bisherigen Werke, quasi alle auch „heimatnah.“ Können Sie sich vorstellen, wieder in der Eifel „ein Ding“ zu drehen? Nicht überraschend die spontane Antwort: „Absolut. Die Eifel bietet so viel an Romantik, Verwünschung und Idylle. Sie kann aber auch ganz schön karg und düster im Winter sein. Daher ist für jedes Filmgenre etwas dabei“, lacht sie. Außerdem sei die Region eine einmalige Filmkulisse, die für sie auch ein Stück Heimat darstelle.

Doch erst einmal kommt das Gespräch auf ihren Film „Postings“. Bei den Schnittarbeiten habe man rasch gemerkt, dass es Szenen gab, die nachgedreht werden mussten. Also holte man das Team noch einmal zusammen, um erneut am Rursee und im Aachener Apollo-Kino zu drehen. Man sichtete und schnitt das Material, hielt eine Foto-Sessions für Instagram mit Schauspielerin Iris Nussbaum ab. „Wir planten zudem die Festival-Saison, die leider größtenteils ausfiel und verschoben werden musste“, bedauert sie.

Lina Victoria Schmeink zeigt sich sehr zufrieden mit dem Endprodukt: „Der Film übersteigt jetzt bereits jegliche Erwartungen, die ich vor Drehbeginn hatte“. Sie wollte sich zur Not schon darauf gefasst gemacht, das Projekt als „Lehrstück“ anzusehen, falls es nicht gut werde. Sie strahlt: „Aber das ganze Projekt ist so groß und professionell geworden, dass der Film sich nun echt sehen lassen kann“, fügt sie stolz an.

„Postings“, für Schmeink als Master-Abschlussarbeit Medien an der Folkwang-Uni in Essen auserkoren, war zum Ende des Studiums noch lange nicht fertig, aber weit genug, um das Studium abzuschließen. Die Dozenten mussten leider eine „unfertige Version“ anschauen, hatten jedoch das Vorstellungsvermögen, es so zu bewerten, als sei der Film fertig.

Außerdem gab es ein schriftliches Logbuch, darin hatte Schmeink das gesamte Projekt ab dem ersten Semester protokolliert. „Dieses Logbuch war ebenfalls prüfungsrelevant“, sagt sie. Das Besondere an dem 90-Minutenfilm „Postings“ war für die sympathische Regisseurin der erste Streifen mit einer Influencerin in der Hauptrolle.

Für den Spätsommer ist bereits eine teaminterne Aufführung im Apollo-Kino in Aachen vorgesehen, nicht als öffentliche Premiere gedacht. „Die wirkliche Premiere wird auf einem Film-Festival im Winter stattfinden, da solche Veranstaltungen meistens auf den Premieren-Status der Filme bestehen. Welches Festival unseren Film zeigen wird, kann ich jetzt noch nicht sagen.“

Aber zur Eifel, zu neuen Plänen, einem weiteren Film, da gibt Lina Victoria Schmeink sich zuversichtlich. Hat sie schon etwas im Hinterkopf? Eine spannende Handlung? „Ja, es gibt ein Stück, das ausschließlich in der Eifel spielen wird.“ Die Rede ist von einem „sehr düsteren Genre.“ Sie schreibt wieder gemeinsam mit Xao Seffcheque, der auch bei „Postings“ Co-Autor war. Natürlich verrät die Regisseurin nicht mehr über Inhalt und Handlung. Nur so viel: „Es geht um Wiedereingliederung nach Absitzen einer Haftstrafe.“ Und: „Es wird erneut ein psychologisches Drama, das ebenfalls in einer jungen Klientel spielt.“ Der Titel steht auch bereits fest: „Der stumme Schrei.“ Der würde halten, was er verspreche. Gedreht werde in der Vulkan-Eifel. „Ich habe einfach einen Ort erfunden“, erzählt sie auf dem Reiterhof Kienert in Hürtgenwald/Eifel, wo sie ihr Pferd untergebracht hat. Los gehen werde es aber erst im kommenden Jahr.

Lina Victoria Schmeink hat als zweite Regie-Assistentin in den beiden Münsteraner Tatorten „Der Hammer“ und „Erkläre Chimäre“ mitgewirkt. „Da ist der Job die Inszenierung der Komparserie“, meint sie. Wünsche hat sie natürlich auch: „Dass unser Film der Startschuss ist für ganz viele Filme, die noch folgen, die wir in unserer Team-Konstellation zusammen drehen werden.“ Dazu kann man ihr nur die Daumen drücken.

In den Jahren 2014 und 2016 gab es von ihr die Kurzfilme „Ihr Blick“ und „Löffel“ Der Streifen „Postings“ hat verschiedene Handlungsstränge, jeder Strang sein eigenes Setting, zum Beispiel Wasser und Segelboot, Taxi/Last Races und Krankenhaus. Was verspricht der Film „Postings“ inhaltlich? Es geht um „Social Media vs. Realität.“ Ein Streifen über Influencer, Follower und das wahre Leben. Was ist wirklich wichtig? Was gaukelt Instagram uns vor? Wie beeinflussen uns die sozialen Medien? Das alles wird in diesem Film zum Ausdruck gebracht. Isa, eine Influencerin, steht für Fitness, Lifestyle, natürliche Ernährung, für nackte Haut. Sie verliert ihre Follower, ihren Job, ihr Geld, auch die Wohnung. Bei ihrer Hipster-Schwester Rita findet sie eine neue Bleibe und hilft ihr, deren Blog wieder aufzubauen.

Beim morgendlichen Joggen bekommt Isa den Mordversuch von Esther mit. Sie schafft es, die an den Rollstuhl gefesselte junge Dame zu retten. Sie brennt darauf, deren Vorgeschichte herauszufinden. Wie kam es zu dem Suizidversuch? Sie bringt in Erfahrung, dass Esther einen Autounfall hatte, der Fahrer ist flüchtig. Sie findet den Unfallfahrer: den Chirurgen Ernst Sassen, der betrunken am Steuer saß. Der Arzt trifft in der Notaufnahme sein „eigenes Opfer“. Isa ist im Dilemma, denn Esthers Schicksal eignet sich perfekt für einen Karriereneustart. Fazit des Streifens: Was im Leben zählt, ist nicht die Followerzahl auf Instagram.

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