Apotheker Klaus Reul: „Preise der Supermärkte weit unter unseren krisenbedingten Einkaufspreisen“

<p>Apotheker Klaus Reul: „Preise der Supermärkte weit unter unseren krisenbedingten Einkaufspreisen“</p>

Bei Apotheker Klaus Reul stößt die Entscheidung der Föderalregierung, chirurgische Schutzmasken ab Dienstag in Supermärkten anzubieten, auf Unverständnis. Zuletzt hatte der flämische Apothekerverband seinen Unmut über diese Vorgehensweise geäußert. „Wochenlang haben wir alles Menschenmögliche getan, um irgendwie zertifizierte Masken zu beschaffen. Wir haben zu Zeiten ordern müssen, in denen die Preise überteuert waren, sich täglich änderten und Lieferzeiten nie eingehalten wurden. Jetzt, wo die Preise sich langsam wieder dem Normalniveau nähern, können die Supermarktketten, auch mengenbedingt, zu ganz anderen Bedingungen ein- und verkaufen als wir Apotheker. Die Preise der Supermärkte liegen weit unter unseren krisenbedingten Einkaufspreisen“, erklärt Klaus Reul. Der Apotheker befürchtet daher, auf seinen teuer eingekauften Masken sitzen zu bleiben. „Der Tatsache, dass wir Apotheker durch unseren Einsatz den dringend benötigten Bedarf möglichst zeitnah abgedeckt haben, wird durch diese plötzliche Freigabe nicht Rechnung getragen“, ärgert er sich. Dabei zielt Reuls Ärger nicht etwa auf die Supermärkte ab, sondern auf die Entscheidung der Regierung, die Masken ins Supermarkt-Sortiment aufzunehmen.

In der Apotheke kostet eine chirurgische Maske, die Klaus Reul stets einer Stoffmaske ohne Filter vorziehen würde, derzeit 1,40 Euro. Für die waschbare Variante muss man etwas tiefer in die Tasche greifen: zwischen 2,80 Euro und sieben Euro wird dafür veranschlagt, je nach Strapazierfähigkeit des verarbeiteten Vlies. Sogenannte FFP2-Masken gibt es ebenfalls in der Apotheke, für 8,50 Euro pro Stück. Im Gegensatz zu den chirurgischen Masken, die in erster Linie das Umfeld schützen, schützen diese auch den Träger selbst. „Es ist absolut nicht nötig, dass jetzt jeder mit einer FFP2-Maske herumläuft. Sinn macht das bei Risikogruppen oder wenn eine Person, mit der man unter einem Dach lebt, infiziert ist“, erklärt Reul.

Im Supermarkt werden chirurgische Masken ab Dienstag verkauft. In einem Eupener Supermarkt gibt es die Zehnerpackung für neun Euro. Damit sind die Masken in der Apotheke etwas teurer, dafür gibt es aber wertvolle (und wichtige) Tipps zur Handhabung kostenlos dazu. Tagtäglich erlebt Apotheker Klaus Reul, dass der Sinn der Masken verfehlt wird: „Ich sehe sehr oft Leute, die beim Gassigehen eine Maske tragen, obwohl weit und breit keine Menschenseele zu sehen ist. Oder Kunden, die ganz vermummt in die Apotheke kommen, ihre Maske dann aber abnehmen, um ihr Anliegen vorzubringen.“

Damit die Masken ausreichend Schutz bieten können, müssen sie richtig auf- und abgesetzt werden. Natürlich sollte man es vermeiden, ständig an der Maske herumzuzupfen. „Beim Auf- und Absetzen sollte man die Maske auf keinen Fall an der innenliegenden Seite anzufassen. Vor dem Anziehen und nach dem Tragen sollte man die Hänge gut mit Seife waschen“, erklärt Klaus Reul. Eine anerkannte Methode, Viren und Bakterien abzutöten, sei das Sterilisieren im Backofen: „Dabei soll man die Maske zwanzig bis dreißig Minuten bei 80 Grad backen“, erklärt er. Öfter als dreimal sollte man diesen Vorgang jedoch nicht wiederholen. Anschließend gehört die ausgediente Maske in den Müll. (sue)

Kommentare

  • Also bitte, die Apotheken haben vor der Coronakrise auch keine Masken verkauft und gut gelebt. Es werden ja weiterhin andere Medikamente benötigt. Ich denke das die Apotheken einer der wenigen sind die keine finanziellen Einbussen bezüglich der Coronakrise machen mussten. Im Gegenteil, sie haben ja viele Masken verkauft und daran verdient. Da müssen sie sich jetzt mit dem normalen hohen Gewinn zufrieden geben. Ich glaube die Jahresabschlüsse der Apotheken werden dieses Jahr wegen den Masken nicht schlecht aussehen. Es scheint sie haben sich schon daran gewöhnt. Vielleicht sollte man das Klopapier auch nur in Apotheken erhalten.

  • Und ich als Privatmann kann Chirugische Masken an 0.80 Euro und FFP2 Masken an 4.50 Eur erhalten. Da haben die Apotheken ja zum doppelten Preis gegenüber dem Einkauf Verkauft. Das nennt man abzocke. Ich habe zwar nicht gekauft. Aber kann das Angebot vorlegen. Und mit über 8 Eur sind Sie noch teurer als die Masken von Weimat, die man 1x kaufen muss und den Filter für 20 Cent austauschen kann. Wenn ich das höre weiss ich genau, das die Kunden richtig abgezockt wurden. Jetzt verstehe ich warum einige Politiker sagten das der Handel mit Masken dem illegalen Waffen und Drogenhandel ähnelte.

Kommentar verfassen

2 Comments