Hinter den Masken herrscht ein Chaos biblischen Ausmaßes

<p>Mundschutz gibts nicht, eine Tracing-App wahrscheinlich auch nicht, Tests bleiben Mangelware. In Belgien ist man gut beraten, Abstand zu halten und regelmäßig die Hände zu waschen.</p>
Mundschutz gibts nicht, eine Tracing-App wahrscheinlich auch nicht, Tests bleiben Mangelware. In Belgien ist man gut beraten, Abstand zu halten und regelmäßig die Hände zu waschen. | Foto: dpa

In der Coronakrise fahren viele Regierung auf Sicht. Man kennt das Virus nicht, und die vielen Zahlen, auf deren Basis Modelle errechnet werden, sind alles andere als gesichert.

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Kommentare

  • Eine Frage : Wem ist denn letztendlich mit Ihrem Kommentar geholfen ?

  • So ist das wohl!

    Es fehlt noch der Hinweis, dass die Bevölkerung selbst im Umgang mit der Pandemie von Tag zu Tag nachlässiger wird. Nachvollziehbar, aber gefährlich.
    Social Distancing war und ist für einige (!) immer noch nur ein Fremdwort. Corona nur eine saisonale Grippe. Und die kommt schließlich jedes Jahr, auch ohne Lockdown...

    Andere werden durch Verlautbarungen und Hinweise auf vermeintliche Corona-Paradiese in Sicherheit gewogen.
    Nein, das Virus wird nicht müde und der Sommer in Schweden könnte ganz anders ausfallen, als manche es sich erträumen.
    Für die Ärzte in den Krankenhäusern von Stockholm ist der Traum vom unbeschwerten schwedischen Sommer schon längst geplatzt.
    Es fehlt - wie fast überall - an Medikamenten und Material.
    Die Intensivbetten sind mit fast 60%, mehr ausgelastet, als in Belgien.
    Über 80-jährige werden aussortiert oder sterben in den Altenheimen, die auch in Schweden nicht gegen das Virus geschützt werden konnten.
    Die Sterblichkeit und Zahl der Neuinfektionen, gemessen an der Einwohnerzahl, liegt in Schweden zigfach höher als in den nordischen Nachbarländern und höher als in den USA.

    Der klammheimliche Traum von der Herdenimmunität hat in Schweden - wie überall sonst, wo er geträumt wird - einen hohen Preis, denn er kostet Menschenleben.

    Auch das inflationäre und teils unverantwortliche Weiterleiten von Youtube-Videos, in denen selbsternannte Experten, Verharmloser oder Verschwörungstheoretiker, die absurdesten Hirngespinste verbreiten, wiegt die Menschen in eine trügerische Sicherheit.
    An jeden Strohhalm - und sei er auch noch so zerbrechlich - klammert man sich, um sich selbst mit einer zugegeben brüchigen Faktenlage nicht auseinandersetzen zu müssen.

    Oswald Schröder hat Recht. Belgien hat keine Strategie, keine formulierte und kommunizierte Zielvorgabe im Kampf gegen das Virus und es fehlen selbst die organisatorischen und materiellen Voraussetzungen, diese nicht artikulierte Strategie in die Tat umzusetzen.

    Dass es weder das alleinige Ziel sein kann, die Kapazitäten des Gesundheitswesen nicht zu überfordern, geschweige denn kurz- oder mittelfristig auf eine Herdenimmunität zu setzen wird immer deutlicher.
    Beides ist ohnehin nicht miteinander kompatibel.

    Oberstes Ziel einer Gesellschaft, die das Leben jeder Sumpfkröte und jeder Fledermausart (Ups...) mit Leidenschaft zu schützen bereit ist, müsste es sein, so viele Menschenleben wie möglich zu retten, ohne gleich einen sozialen und wirtschaftlichen Kahlschlag herbeizuführen.
    Die Quadratur des Kreises? Nicht unbedingt!

    Der Standpunkt des Arztes, Epidemiologen und Bundesragsabgeordneten Karl Lauterbach kann m. E. als logische und ethisch/moralische Richtschnur dienen. In Erwartung eines Impfstoffes - der jedoch auch mit größter Einigkeit der Wissenschaftler nicht „bald“ zur Verfügung stehen wird - die Infektions- und Reproduktionsrate so zu senken, dass Infektionsketten erkannt, verfolgt und unterbrochen werden können.
    Nur so können wir auch in Belgien von einem Sommer träumen, in dem unsere Gedanken nochmal um etwas anderes kreisen, als um die Abwehr eines unsichtbaren Feindes.

    Die Voraussetzungen dafür müssen von der Politik und in mindestens dem gleichen Maße von der Bevölkerung selbst geschaffen werden.
    Ohne das Einhalten elementarer Hygiene- und Verhaltensregeln wird nicht nur der Sommer grau sondern auch der Blick auf Herbst und Winter ein Schrecken.

    Diskussionen über Grenzöffnungen mit dem Hinweis, im Nachbarland einkaufen oder Freunde besuchen zu wollen, zeigen - so menschlich nachvollziehbar sie auch sind - dass die Herausforderung, vor die uns das Virus stellt, nicht wirklich verstanden wurde.

    PS. Was den vermeintlichen schwedischen Sonderweg betrifft, sollte im Prinzip niemand die Hoffnung hegen, dass dieser scheitert, sondern sich als spezifischer Weg für Schweden bewährt.
    Sollte es jedoch irgendwann zu der Feststellung kommen, dass alle anderen Länder sich mit ihren restriktiven Maßnahmen geirrt haben, bzw. diese mit allen katastrophalen Konsequenzen sich als unnötig herausstellen, dann Gnade uns ... nein, diese imaginäre, zornige Märchenfigur dann lieber doch nicht.
    Der Vertrauensverlust in die politisch Verantwortlichen und die Wissenschaft würde einen noch größeren Flurschaden mit unabsehbaren politischen Konsequenzen zur Folge haben, als das Virus selbst.
    Auch dies darf sich niemand wünschen.

    Mit der Sicht auf die Nach-Corona-Zeit sagte vorgestern der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn, wir müssten jetzt schon anfangen zu lernen, im großen Umfang zu ... verzeihen.
    Vorbeugender Selbstschutz? Vielleicht aber auch der weiseste Spruch in dieser Zeit voller Unsicherheiten auf allen Ebenen.

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