Die PEFC-Zertifizierung garantiere eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, erklärt die ostbelgische Regionalabgeordnete Anne Kelleter (Ecolo), die an dem Dekrettext gearbeitet hatte. Mit Kriterien wie dem Erhalt der Biodiversität, dem Schutz von Wasser und Boden und der Aufrechterhaltung der Produktionsfunktion der Wälder sei diese heute die erste Quelle für zertifiziertes Holz weltweit. Seit dem Jahr 2004 seien fast alle öffentlichen Wälder der Wallonie PEFC-zertifiziert: 295 öffentliche Eigentümer, darunter viele Gemeinden und der Staatswald. „Dies entspricht einer Gesamtfläche von 260.000 Hektar nachhaltig bewirtschaftetem Wald und damit einem großen Mehrwert für unsere Umwelt“, erläutert die Eupenerin in einer Pressemitteilung.
„PEFC nicht nur positiv für die Natur, sondern auch für die öffentliche Hand, vor allem für die Gemeinden“
PEFC sei aber nicht nur positiv für die Natur, sondern auch für die öffentliche Hand, vor allem für die Gemeinden, die von einem besseren Marktzugang und bis zu einem gewissen Grad von dem höheren Wert des PEFC-zertifizierten Holzes auf dem Markt profitierten. „Und auch wenn es nicht einfach ist, den wirtschaftlichen Mehrwert der PEFC-Zertifizierung in einem Kontext zu beurteilen, in dem das Angebot die Nachfrage bei weitem übersteigt, ist es unerlässlich, dass die öffentlichen Eigentümer ihre PEFC-Zertifizierung behalten.“
„Damit wird das Marktgleichgewicht zwischen zertifiziertem und nicht zertifiziertem Holz erhalten. Würde dieses Gleichgewicht gefährdet, wäre der gesamte Holzsektor betroffen: Gemeinden und andere öffentliche Eigentümer könnten ohne Zertifizierung keine Käufer mehr finden, und der übrige Sektor, vor allem der Papier-, Pellet- und Plattensektor, müsste sich auf die Suche nach zertifiziertem Holz in den Nachbarländern begeben, was ihre Produktionskosten erhöhen und die Autonomie der wallonischen Holzwirtschaft verringern würde“, so Anne Kelleter.
„Der Holzverkauf ist für den Haushalt vieler Gemeinden von wesentlicher Bedeutung. Wenn sie keinen Käufer mehr finden können, werden ihre Finanzen ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem vor dem Hintergrund der bereits bestehenden Situation in unseren Wäldern. Neben Borkenkäfern und Schweinepest ist jede zusätzliche Belastung eine zu viel“, fügt die Ecolo-Abgeordnete hinzu.
Der einzige Artikel des neuen wallonischen PEFC-Dekrets führe eine Frist für die Fertigstellung der Waldbewirtschaftungspläne ein, die im Artikel 57 des Forstrechts vorgesehen ist. Das Forstrecht sehe aktuell vor, dass alle öffentlichen Wälder mit einer Fläche von mehr als 20 Hektar einem Waldbewirtschaftungsplan unterliegen. Da PEFC die Einhaltung der geltenden nationalen Normen und Gesetze verlange, sei der Waldbewirtschaftungsplan auch Bedingung für den Erhalt des PEFC-Zertifikats. „In diesem Punkt ist Artikel 57 des Forstgesetzbuches jedoch viel anspruchsvoller als die PEFC-Charta, die nur ein vereinfachtes Managementdokument für zertifizierte Wälder vorschreibt. Dieses Dokument ist viel ‘leichter’ als die Waldbewirtschaftungspläne, die in der wallonischen Gesetzgebung vorgesehen sind“, erläutert Anne Kelleter.
Das Problem sei, dass bis heute 95 Eigentümer, 160.000 Hektar, noch nicht für alle ihre Wälder Waldbewirtschaftungspläne hätten. Ein bisher bestehender Plan, um die fehlenden Dokumente nachzuliefern, sei von der übergeordneten PEFC-Zertifizierungsstelle gekippt worden. „Sie legt die PEFC-Normen strenger aus und wird die Zertifizierung der öffentlichen Wälder, die bis zum 30. April 2020 nicht über einen Waldbewirtschaftungsplan verfügen, ausgesetzt. Durch die Einführung einer Frist für die Erstellung der Waldbewirtschaftungspläne kann hier Abhilfe geschaffen werden, weil für die betroffenen Wälder jetzt auch ein einfaches Bewirtschaftungsdokument genügt.“ Die könne die zuständige Behörde, der DNF, vor dem nächsten Holzverkauf im Herbst erstellen, sodass die suspendierten Zertifikate vor dem Herbst wieder in Kraft treten könnten. Dies limitiere die wirtschaftlichen Verluste durch den Verlust des PEFC-Zertifikats auf ein absolutes Minimum. Die durch das Dekret festgelegte neue Frist bis zum 31. Dezember 2023 werde es nach den Planungen des DNF ermöglichen, die fehlenden Waldbewirtschaftungspläne zu vervollständigen und die wallonische PEFC-Zertifizierung wieder in Ordnung zu bringen. „Dieser Erlass ermöglicht es also, die nachhaltige Qualität unserer Wälder zu fördern und gleichzeitig den Wert des Holzes für den forstwirtschaftlichen Sektor zu erhalten”, schlussfolgert Anne Kelleter. (red)

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