Jeden Monat überfahren in Belgien sieben Züge eine rote Ampel

<p>Es waren meist Personenzüge, die das Haltesignal nicht befolgten.</p>
Es waren meist Personenzüge, die das Haltesignal nicht befolgten. | Foo: belga

Nach 87 Rotlichtverstößen auf dem Schienennetz im Jahr 2018 gab es im vergangenen Jahr deren 85 (von insgesamt 1,3 Millionen Zügen). Es waren meist Personenzüge, die das Haltesignal nicht befolgten. Der Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegt bei 80 Übertretungen dieser Art. 2017 war das Jahr mit der geringsten Anzahl: 55 Züge überfuhren eine rote Ampel.

Die Zahl der Güterzüge, die ein Stoppsignal missachteten, blieb stabil (23), während die Zahl der Infrabel-Arbeitszüge stark zurückging (auf neun). Die Personenzüge ihrerseits verzeichneten einen deutlichen Anstieg von 41 im Jahr 2018 auf 53 im Jahr 2019. Im Vergleich zu 2017 (27) war dies sogar eine Verdopplung.

In keinem der Fälle habe es jedoch eine echte Gefahr gegeben, betont der Betreiber des Eisenbahnnetzes, Infrabel. In jedem dritten Fall habe der fragliche Zug „eine erste potenziell gefährliche Stelle“ - genauer gesagt eine Kreuzung mit einem anderen Gleis – passiert, aber es habe nie eine echte Kollisionsgefahr bestanden.

Die Einführung des Europäischen Zugsicherungssystems ETCS (European Train Control System) ist eine der Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im Schienenverkehr. Es überprüft permanent die vom Zug gefahrene Strecke und greift ein, wenn ein Fahrzeug zu schnell fährt oder Signale nicht beachtet werden. Gegenwärtig ist ein Viertel des belgischen Schienennetzes damit ausgerüstet. Bis Ende 2021 sollen 46% des Netzes und bis Ende 2025 das gesamte Netz damit ausgestattet sein, erwartet Infrabel. Neben dem Eisenbahnnetz müssen auch die darauf verkehrenden Züge mit einem solchen Sicherheitssystem ausgestattet sein. Bei der SNCB ist inzwischen die Hälfte der Züge ausgerüstet, bis 2023 soll die gesamte Flotte soweit ein. Ab Ende 2025 sollen auf dem belgischen Schienennetz keine Züge mehr ohne ETCS verkehren dürfen. (belga)

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