327 Corona-Tote am Freitag, 268 am Samstag und 303 am Sonntag. „Die Zahl der Todesfälle ist nach wie vor sehr hoch und wird in den kommenden Tagen wahrscheinlich noch zunehmen“, kommentierte Van Gucht am Montag die Entwicklung der Pandemie in unserem Land. Bei den Corona-Sterblichkeitsraten „müssen wir aber einen Unterschied machen zwischen der Situation in den Krankenhäusern und in den Alten- und Pflegeheimen.“ In den Krankenhäusern scheinen sich die Zahlen zu stabilisieren und scheint der Höhepunkt der Ansteckungswelle hinter uns zu liegen, während sie in den Altenheimen weiter steigen. Van Gucht wiederholt seine Besorgnis über die Lage in den Altenheimen, wo die Ausbreitung des Virus nicht unter Kontrolle zu sein scheint. „Wir müssen alles tun, was wir können, um die Ausbreitung einzudämmen“, sagte er. Am Sonntag verstarben 105 Corona-Patienten in einem Spital, 195 in einem Altenheim.
„Auch die Belastung in den Krankenhäusern ist immer noch hoch“, wie die Zahlen belegen: Am Sonntag lagen 5.393 Coronavirus-Patienten in den Kliniken, 1.234 davon auf der Intensivstation. „Wir müssen unbedingt durchhalten. Was wir heute tun, werden wir erst in 10 bis 14 Tagen in den Zahlen sehen. Wir werden noch Monate mit diesem Virus leben müssen. Es ist wichtig, dass wir das Virus zunächst so klein wie möglich machen“, so der Virologe. „Anschließend können wir die Strategie ändern, die Ausgangsbeschränkungen lockern und auf kontrollierte Weise mit dem Virus leben.“ Ermutigend: Die Zahl der Krankenhausaufnahmen geht weiterhin schrittweise zurück: 421 am Freitag, 392 am Samstag und 310 am Sonntag. Anfang April waren es zwischen 500 und 600 täglich. „Aber der Weg ist noch lang“, betonte Van Gucht.
Sein Kollege, der Mikrobiologe Emmanuel André, verwies darauf, dass der Rückgang der Krankenhauseinweisungen weniger schnell verläuft als die Zunahme. „Diese Anzahl muss weiter gesenkt werden und ein möglichst niedriges Niveau erreichen, bevor man an eine Lockerung der geltenden Regeln denken kann. Wir müssen jetzt durchhalten, die Beschränkungsmaßnahmen und Hygieneregeln weiter respektieren.“ Eine Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen sei nicht nötig, meinte André. „Die Zahlen belegen, dass die Lage nach wie vor sehr ernst ist“, bestätigte der Sprecher des Krisenzentrums, Benoît Ramacker, und appellierte, unter Hinweis auf eine Minderheit in der Bevölkerung, die die Regeln nicht einhält, an eine „positive Haltung“.
Es sei sehr schwierig, die Erreger der neuen Coronavirus-Infektionen zu identifizieren, die nach mehreren Wochen strenger Maßnahmen immer noch festgestellt werden, erklärte Van Gucht am Osterwochenende. „Es sind immer noch zu viele, um sie einzeln zu untersuchen, aber Proben zeigen, dass die Erregerquelle meist unbekannt ist. Wenn die Quelle wohl bekannt ist, handelt es sich in der Regel um den Kontakt mit einer zuvor bestätigten infizierten Person oder jemandem aus dem Pflegebereich.
Von den mit dem Coronavirus infizierten Personen, die in unserem Land ins Krankenhaus kommen, gibt es in der Kategorie der 65- bis 80-Jährigen mehr Männer als Frauen. In der Kategorie der über 80-Jährigen sind die meisten Frauen. „Männer scheinen empfindlicher auf das Virus zu reagieren, wie Zahlen aus anderen Ländern zeigen“, erklärte Van Gucht. „Die Tatsache, dass mehr Frauen in der Kategorie der über 80-Jährigen ins Krankenhaus eingewiesen werden, liegt wahrscheinlich daran, dass Frauen im Durchschnitt länger leben und sie in diesem Alter überrepräsentiert sind.
Der Virologe wies auch noch einmal darauf hin, dass vor allem Grunderkrankungen dazu führen, dass Menschen durch das Coronavirus schwer erkranken. Dazu gehören unter anderem Herzkrankheiten, Diabetes und Lungenkrankheiten.
Die Corona-Sterblichkeitsraten liegen in Belgien höher als in den meisten anderen Ländern, aber ein zuverlässiger Vergleich sei schwierig, sagte Van Gucht. „Ein Vergleich ist aufgrund der Unterschiede in der Teststrategie und -kapazität, aber auch in der Art der Berichterstattung nicht einfach: In Belgien melden wir sowohl die Todesfälle im Krankenhaus als auch außerhalb des Krankenhauses und sowohl bestätigte als auch Verdachtsfälle“, so Van Gucht. Der Virologe betont, dass andere Länder nicht auf die gleiche Weise Bericht erstatten. „Einige Länder beginnen erst jetzt damit, die Todesfälle außerhalb der Krankenhäuser zu zählen“, sagt er. Der Virologe verteidigte auch die Entscheidung, unbestätigte Fälle in den Zahlen zu berücksichtigen. „Wir halten es für wichtig, so transparent wie möglich in Echtzeit zu kommunizieren, damit auf dem Terrain so schnell wie möglich eine angemessene Antwort gegeben werden kann“, meinte er.
Den Experten zufolge variiert auch die Phase, in der sich das Coronavirus ausbreitet, von Land zu Land, ebenso wie die Geschwindigkeit, mit der es sich ausbreitet. Zum Beispiel beschleunigte sich die Ausbreitung in Belgien besonders, als viele Belgier aus dem Skiurlaub zurückkehrten. „Die Lage kann von Land zu Land sehr unterschiedlich sein, einfach weil das Virus zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Länder gelangt ist“. bekräftigte Emmanuel André. „Der Beginn der Epidemie könnte sich daher örtlich verzögert haben. Möglicherweise wurde sie auch beschleunigt. Insbesondere in Belgien erlebten wir nach den Karnevalsfeiertagen gleichzeitig mehr als 150 neue Ausbrüche, sodass der Beginn der Epidemie besonders schnell erfolgte. Das ist die Besonderheit unseres Landes", so der Experte.
In Zahlen: 303 Tote – 310 Krankenhausaufnahmen
Die jüngsten Zahlen, die das nationale Krisenzentrum am Montag veröffentlichte:

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