Muylle und Ducarme werden dem Ministerrat einen Erlass vorlegen, um den Beginn des Sommerschlussverkaufs auf den 1. August zu verlegen. Die Minister wollen auch die Sperrfrist, in der Rabattankündigungen verboten sind, wie üblich auf die vier Wochen vor dem SSV, d.h. vom 1. Juli bis zum 31. Juli, festlegen.
Die meisten Organisationen, die Händler und Selbstständige vertreten, hatten sich für einen Aufschub ausgesprochen. Unter den gegebenen Umständen war es nicht mehr möglich, das traditionelle Datum von Anfang Juli beizubehalten. Der Mode- und Bekleidungssektor ist von der Coronakrise hart getroffen. Die Epidemie brach aus, bevor der Verkauf der Sommerbekleidung wirklich beginnen konnte, und der Online-Verkauf kann den Verlust in den Geschäften nicht ausgleichen. Darüber hinaus haben Einzelhändler gerade erst ihre Winterkollektionen gekauft und müssen trotz fehlender Einnahmen die Lieferanten bezahlen.
Die Branchenvertretungen reagierten denn auch zufrieden auf die angekündigte Verlegung. Allerdings werde die Gelegenheit verpasst, die Sperrfrist nicht zu verlängern. Der Sektor befürchtet den Ausbruch eines „Preiskampfes“ der großen Ketten, sobald die Geschäfte wieder geöffnet werden können. Das bereitet auch der Neutralen Selbstständigengewerkschaft (SNI) Sorgen. „Es ist schade, dass es keine verlängerte Sperrfrist geben wird, sobald die Geschäfte wieder öffnen können“, sagt die SNI-Vorsitzende Christine Mattheeuws. „Jetzt droht eine Periode von Vor-Schlussverkauf, der die kleinen Selbstständigen treffen wird. Wir befürchten ein Massaker im Sektor.“
Der Handelsverband Comeos, der die große Ketten vertritt, nennt die Verschiebung eine „schlechte“ Entscheidung. „Der Neustart selbst wird schon eine Herausforderung sein, aber wenn eine weitere wichtige Verkaufsperiode verschoben wird, dann gibt es ein echtes Problem“, sagt Comeos-CEO Dominique Michel. Außerdem sei die Verschiebung eine schlechte Nachricht für die Kaufkraft der Verbraucher. Der Verband weist auch auf die Konkurrenz mit den Nachbarländern hin. „Wenn im Juli kein Schlussverkauf in Belgien ist, werden die Verbraucher auf die Nachbarländer und die ausländischen Webshops ausweichen.“ (gz/belga)

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