Gewiss beten seit den vergangenen Wochen viele Christen und Andersgläubige in dieser schwierigen Situation zu Gott. Ist das schon Beschwörung? Oder sogar Machtgehabe der offiziellen Kirche? Wenn dem so sein sollte, müssen wir dies gewiss kritisch hinterfragen. Nehmen wir alle hierfür Maß an Jesus selbst, der sich nicht über andere stellte.
Ich kann es jedoch nicht beurteilen. Gott allein kennt die tiefsten Gesinnungen all derer, die jetzt in gleich welcher Ausdrucksform beten. Unser aller Gebet sollte Ausdruck eines mitfühlenden, -leidenden und -tragenden Herzens sein, das ganz besonders die Menschen im Blick hat, die sehr unter dieser Krise leiden sowie jene, die in erster Linie stehen und die, die weiterhin für uns arbeiten.
Ich glaube aber auch, dass viele darum beten, dass wir Menschen zur Vernunft kommen im Umgang mit der Schöpfung, dem Stellenwert des Menschen, des Geldes, ... all das bringen Glaubende allein oder im gemeinschaftlichen Hausgottesdienstgebet vor Gott. Als Christen können wir dank der Direktübertragung die Sonntagseucharistie in Verbundenheit mit vielen Christen auf der Welt mitvollziehen, indem wir uns selbst, die ganze Menschheit und die Welt vertrauensvoll vor Gott bringen. Durch Jesus Christus wird all das verwandelt, sodass die Herzen der Menschen berührt werden und sie Kraft finden, die jetzige Situation auszuhalten und sie nach dieser Krise verantwortungsvoll mit zu gestalten. Fragen wir uns in dieser Zeit: Welche Wege könnte uns diese Krise eröffnen, um unsere jetzigen Weltsysteme so zu gestalten, dass sie zu einem gerechteren und menschenwürdigeren Leben für alle führen? Und auf welchem Weg will der Herr seine Kirche in eine erneuerte Zukunft führen, damit wir unseren Beitrag für eine heile Welt für alle in Liebe, Glaube und Hoffnung leisten.
Kommentare
Falls es einen Gott gibt, der besondere Pläne mit den Menschen hat, dann hat dieser Gott sich wirklich große Mühe gegeben, sein Interesse an uns nicht sichtbar werden zu lassen. Es erschiene mir unhöflich, wenn nicht gar respektlos, einen solchen Gott mit unseren Gebeten zu behelligen.
(Steven Weinberg, am. Physiker und Astronom)
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