Der Zeitungsverlag „L’Avenir“ – bis 2010 „Vers l’Avenir“ – gehört der öffentlich-rechtlichen Mischgesellschaft Nethys, die in den Sektoren Energieversorgung, Telekommunikation und industrielle Entwicklung tätig ist und in letzter Zeit durch Skandale auf sich aufmerksam machte.
Nethys hat nun drei Unternehmen zum Verkauf angeboten: die „Editions de l'Avenir“ (mit den neun Regionalausgaben des „L'Avenir“, „le Journal des Enfants“), „L'Avenir Advertising“ (Werbung) und „L'Avenir Hebdo“ (mit den Magazinen „Moustique/Télépocket“).
Die Kandidaten werden aufgefordert, bis spätestens 16. April eine Vertraulichkeitserklärung zu unterzeichnen und ein unverbindliches Angebot zu unterbreiten. Auf dieser Grundlage wird Nethys eine Auswahlliste von Kandidaten erstellen, mit denen die Verhandlungen weitergeführt werden, um zu einem verbindlichen Angebot zu gelangen.
In Bezug auf die Zeitung „L'Avenir“ und die damit verbundenen Medien sind auch andere Vorbedingungen vorgesehen, wie die Beibehaltung des Sitzes in Namur und die Entwicklung einer Aktionärspartnerschaft mit der Genossenschaft „Notre Avenir“, die vorrangig aus Berufsjournalisten besteht. Sie wurde im vergangenen Jahr auf Initiative der Journalisten gegründet, mit dem Ziel, eine Rolle bei der Rettung der Zeitung zu spielen.
Im November letzten Jahres veröffentlichte sie einen Aufruf für Abonnements von Journalisten und Lesern, um mindestens eine Million Euro für den Erwerb einer bedeutenden Minderheitsbeteiligung an der künftigen Struktur aufzubringen. (mv/belga)

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