Offener Brief an den Kelmiser Gemeinderat

Sehr geehrte Damen und Herren Volksvertreter, am 04.03.2020 wird ein öffentliches Untersuchungsverfahren in Kelmis abgeschlossen, dessen Inhalt die Versetzung des Denkmals sowie unter anderem die Rechtfertigung der Planung eines starken Gefälles bei der Anlage des Parkplatzes an dem neu zu gestaltenden Kirchplatz vorsieht. Dies ohne jegliche aussagekräftige Erläuterung.

Dabei müssen Sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren, ob Sie mit der Ehrung der Gefallenen im Zweiten Weltkrieg so umgehen? Diese Menschen haben ihr Leben gelassen, damit wir heute in Freiheit leben können. Anders ist es bei dem Gefälle der Parkplätze, wo auch Behindertenparkplätze eingeplant sind! Obschon die geltende Gesetzgebung ein Gefälle von 2% (CoDT Art. D.IV.4 und Wallonischer Leitfaden Art. 415/1) vorsieht, sind aus den Plänen Teilgefälle von 6% und mehr zu erlesen. Es ist zwar eine Abweichung möglich, jedoch nur begrenzt und wenn es technisch nicht anders möglich ist. Die Pläne, die 2018 im Gemeinderat verabschiedet wurden, respektierten das geltende Recht voll und ganz. Nicht nur, dass die Gemeinderäte einen Eid geleistet haben, die Gesetze des Belgischen Volkes zu befolgen, sondern in Anbetracht, dass vor allen Dingen der SP- Koalitionspartner versprochen hat, alle Bürgersteige in Kelmis behindertengerecht zu sanieren, ist dieses Vorhaben nicht nachzuvollziehen. Kein Rollstuhlfahrer wird sich bei einem derartigen Gefälle ohne Hilfe auf so ein Gelände fortbewegen können – und dies voraussichtlich für die nächsten 40 Jahre. Überdenken Sie bitte Ihre Entscheidung zum Wohle der Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Mit freundlichen Grüßen

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