Vater attackiert in Herstal eigenes Baby mit zerbrochenem Weinglas

<p>Vater attackiert in Herstal eigenes Baby mit zerbrochenem Weinglas</p>
Illustrationsbild: dpa

Am Dienstagabend saß die Mutter des Babys, die in Vivegnis lebt, in einer Pizzeria in Herstal, unter anderem mit einem Freund. Letzterer trug das zwei Monate alte Baby auf dem Arm, als der Vater des Kindes das Restaurant betrat. Zeugenaussagen zufolge schnappte sich der 26-jährige ein Weinglas von einem Tisch und zerschlug es, bevor er damit auf den Kopf des kleinen Mädchens losging. „Ich versuchte, sie zu schützen, indem ich mich umdrehte, und dabei wurde auch ich verletzt. Er hat wirklich auf das Mädchen gezielt“, erklärte der Freund gegenüber „La Meuse“.

Der Vater floh nach seiner Tat. „Er kam mit dem Taxi, aber flüchtete zu Fuß. Vorher schlitzte er aber noch die Reifen meines Autos auf.“ Der Freund habe dann das Taxi zurückgerufen und die Mutter und ihre Tochter hineingesetzt, damit sie direkt zur Clinique André Renard in Herstal fahren konnten. „Ich ging zur Polizei, um meine Aussage zu machen“, fuhr er fort.

Am selben Abend, gegen 20 Uhr, sei der Vater sogar schon einmal in der Pizzeria gewesen und habe gedroht, der Mutter und dem Baby „eine Kugel in den Kopf zu jagen“.

Die Eltern des Kindes seien dem Freund der Mutter zufolge zwei Jahre lang zusammen gewesen, hätten aber nie zusammen gelebt. „Das erste Jahr war in Ordnung. Dann wurde es schlimmer. Ich bin ein Freund, und ich schlafe jeden Tag vor ihrem Haus, um eine Tragödie zu vermeiden“, sagt er. Der Vater könne die Trennung nicht akzeptieren und sei ihr gegenüber immer gewalttätig gewesen. „Sie hat bereits Anklage gegen ihn erhoben. Die ersten Anzeigen liegen bereits einige Monate zurück. Die Drohungen waren täglich.“

Seit der Tat wird der Vater aktiv von der Polizei von Herstal gesucht, die den Sachverhalt als Mordversuch eingestuft hat. Die Staatsanwaltschaft von Lüttich wurde ebenfalls über den Fall informiert.

Indes gab der Täter auf Facebook einen Kommentar ab, in dem er die Absicht, dem Baby absichtlich Schaden zufügen zu wollen, bestreitet.

Das zwei Monate alte Baby, das momentan in Lebensgefahr schwebt, wurde in der Zwischenzeit in die auf Kinder spezialisierte Klinik Espérance in Montegnée in der Nähe von Lüttich verlegt. „Sie wurde einmal operiert, die Chirurgen konnten eine Glasscherbe entfernen, die sich in ihrem Gehirn befand. Sie wird bald wieder operiert werden müssen, um einen zweiten Splitter zu entfernen. Sie wurde in ein künstliches Koma versetzt. Ihre Mutter ist an ihrer Seite“, berichtet der Freund der Mutter. (alno)

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