Neuer Bericht veröffentlicht: Tierversuche sind in Belgien keine Seltenheit

<p>Gerade Mäuse wurden laut dem Bericht der EU-Kommission immer wieder für Tierversuche missbraucht.</p>
Gerade Mäuse wurden laut dem Bericht der EU-Kommission immer wieder für Tierversuche missbraucht. | Foto: dpa

Das „schlechte Ergebnis“ aus Sicht von Belgien treibt die Tierschutzorganisation GAIA, die auch in der DG präsent ist, zur Weißglut. „Das ist einfach unglaublich“, sagt Gaia-Präsident Michel Vandenbosch (58), der im gleichen Atemzug ein sofortiges Einlenken sowie eine massive Steigerung der Forschungsgelder für moderne und tierleidfreie Verfahren fordert. „Die aktuelle Richtlinie zum Schutz von Versuchstieren entspricht zu sehr den Wünschen der Forscher und muss dringend überarbeitet werden.“ Und das scheint bei einem Blick auf den Bericht zu Versuchstierzahlen der EU-Mitgliedsstaaten, der die Jahre 2015 bis 2017 umfasst, auch bitter nötig zu sein.

Im besagten Zeitraum wurden fast zehn Millionen Tiere – vor allem Mäuse, Ratten und Fische – für diverse Versuche eingesetzt und zum Teil getötet. Circa elf Prozent litten dabei immer noch in schwer belastenden Versuchen – hierzulande waren das immerhin 82.536. Damit liegt unser Land im EU-Vergleich auf Platz fünf. Allein in Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Italien wurden noch mehr schwer belastende Tests durchgeführt.

Im Gesamtvergleich, also wenn alle knapp zehn Millionen Tierversuche berücksichtigt werden, „grüßt“ Belgien indes von Platz sechs. „Es ist beschämend, dass unser Land zu den Spitzenländern bei den Tierversuchszahlen zählt“, meint der gebürtige Brüsseler Michel Vandenbosch.

Es kommt aber noch dicker. Denn die im Bericht aufgeführten knapp zehn Millionen umfassen nur die Tiere, die erstmals in Versuchen eingesetzt wurden. Solche, die nur zur Weiterzucht oder mehrfach in Versuchen eingesetzt wurden, für die Entnahme von Organen getötet oder bei der Herstellung genetischer Mutanten nicht die gewünschten Merkmale aufwiesen, tauchen in den Zahlen gar nicht auf.

Nach Angaben von GAIA lässt sich demnach für das Jahr 2017 eine Gesamtzahl von mindestens 22 Millionen Tieren – 511.194 davon in Belgien – ermitteln, die für die Wissenschaft leiden bzw. sterben mussten. (calü)

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