Anfang Januar 2020 waren etwa 900 Kaspars, Melchiors, Balthasars und Sternträger unter dem Motto „Frieden! Im Libanon und weltweit“ in Ostbelgien unterwegs, um mit dem Kreidezeichen „20*C+M+B+20” den Segen „Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus” in Häuser und Wohnungen zu tragen. Seit Jahren ist festzustellen, dass die Tendenz bei den Spenden steigend und die Motivation für das Sternsingern weiterhin groß ist. Damit die Kinder im Libanon und überall in der Welt Zukunft haben, machten sich die Sternsinger auf den Weg und bauten so mit an einer gerechteren und friedvolleren Welt. Sie wurden dabei von Erwachsenen begleitet, die entsprechend der biblischen Geschichte als „Begleitkamele“ fungierten, wie eine Sternsingerin schmunzelnd anmerkte.
In diesem Jahr wurde das Thema Frieden in den Mittelpunkt der 36. Sternsingeraktion gerückt. Mit den Spenden an die Sternsinger werden vorrangig Friedensprojekte für Kinder und Jugendliche im Libanon und in der ganzen Welt unterstützt.
Gerade im Brückenschlag der christlichen Solidarität von Kindern mit Kindern und in der Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit Gleichaltriger in den Ländern des Südens liegt die Seele des Sternsinger-Gedankens.
Unzählige Male haben die Sternsinger ihre Lieder gesungen und den Segen mit geweihter Kreide über zahllose Türen geschrieben. Die Lieder und den Spruch, den sie an jeder Tür, die sich ihnen öffnete, aufsagten, kannten sie aus dem Eff-Eff: „Wir schreiben den Segen von Jesus Christ im Jahr, das jetzt hat begonnen, als ein Zeichen, damit allen deutlich ist: Gott ist uns wohl gesonnen.“ An die Haustüren oder Türbalken schrieben sie die traditionelle Segensbitte. Dieser Segensspruch ist seitdem an Tausenden ostbelgischen Haustüren zu lesen.
Die Sammelbüchsen der Sternsinger in den zwei ostbelgischen Dekanaten Eifel und Eupen-Kelmis waren auch in diesem Jahr ganz besonders „schwer“. Das Ergebnis ihres Engagements kann sich wahrlich sehen lassen: Ganz genau 102.845,94 Euro kamen ostbelgienweit bei der Sammlung zusammen, die für Not leidende Kinder in aller Welt bestimmt sind. Im vergangenen Jahr wurden bei der Aktion insgesamt 100.425,18 Euro in der DG gesammelt, im Jahr 2018 waren es 100.389,900 Euro. Damit liegt der diesjährige Betrag um beachtliche 2.420,76 Euro über dem Erlös vom Vorjahr.
Doch nicht nur Kinder und Jugendlichen aus dem Libanon profitieren auch zukünftig vom Einsatz der kleinen und großen Könige in Ostbelgien. Straßenkinder, Aids-Waisen, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser und Nahrung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten oder ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen – Kinder in mehr als 100 Ländern der Welt werden jedes Jahr in Projekten betreut, die mit Mitteln der Aktion unterstützt werden.
Sicherlich haben die Sternsinger oft erfahren, wie sehr sich die Menschen über ihren Besuch gefreut und „Danke“ gesagt haben. Auch die Verantwortlichen der Sternsingeraktion in Ostbelgien und Aachen möchten Danke sagen, insbesondere den Begleitpersonen, die mit ihrem Einsatz dafür sorgten, dass die Sternsingeraktion gelingen konnte. Sie organisierten zum Beispiel die Treffen und legten die Routen fest, nähten Gewänder, übten mit den Kindern die Lieder ein und versorgten sie mit Essen und warmen Getränken.
Im kommenden Jahr findet am Mittwochnachmittag, 6. Januar 2021, wieder ein Empfang der ostbelgischen Sternsinger im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft (PDG) in Eupen statt. Am Mittwoch, 28. Oktober 2020, treffen sich die Begleitpersonen zur Vorbereitung der Aktion 2021 im Pfarrheim Weywertz.
Aufgeteilt nach Pfarrverbänden (Gemeinden) ergibt sich für 2020 bei der Sternsingeraktion folgendes Bild:
Pfarrverband Eupen-Kettenis: 12.097,13 Euro
Kelmis: 10.530,01 Euro
Lontzen: 6.326,22 Euro
Raeren: 7.347,25 Euro
Amel: 13.480,00 Euro
Büllingen: 11.112,51 Euro
Burg-Reuland: 10.648,93 Euro
Bütgenbach: 12.813,39 Euro
St.Vith: 18.490,50 Euro
Die Sternsingeraktionen von 2010 bis 2020 erbrachten insgesamt 966.728,69 Euro

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