Haus Zahlepohl wird „Schmackhaft“

<p>„Ein Junge aus der Region“: Aufgewachsen ist Torsten Schmack in Berlotte, die Schule hat er in Eynatten, Eupen und Aachen besucht und wohnhaft ist er mit seiner Familie in Raeren. Foto: David Hagemann</p>
„Ein Junge aus der Region“: Aufgewachsen ist Torsten Schmack in Berlotte, die Schule hat er in Eynatten, Eupen und Aachen besucht und wohnhaft ist er mit seiner Familie in Raeren. Foto: David Hagemann

Aufgewachsen ist Torsten Schmack in Berlotte, die Schule hat er in Eynatten, Eupen und Aachen besucht und wohnhaft ist er mit seiner Familie in Raeren.

Die berufliche Ausbildung und die ersten Erfahrungen als Restaurateur haben ihn an viele verschiedene Stationen geführt. Sein „Reifeprozess“, wie er selber sagt, ist jetzt so weit fortgeschritten, dass er in der Selbstständigkeit versuchen will, seine persönlichen Vorstellungen zu verwirklichen. Das Haus Zahlepohl soll zu einer Art „event-location“ werden. Vom belegten Brötchen bis zum gastronomischen Diner soll alles möglich sein.

Am liebsten würde Torsten Schmack alles gleichzeitig machen.

Seine berufliche Ausbildung hat Torsten Schmack im „Atelier“ in der Eupener Unterstadt absolviert. Nach deren Abschluss kochte er fast ein Jahr lang auf einer Nobel-Berghütte im Salzburger Land, dann anderthalb Jahre in der gehobenen Küche des „Quellenhofs“ in Aachen. Nach einer kurzen Rückkehr ins Eupener Atelier war er zuletzt in einem Traiteur- und Metzgerbetrieb in Aachen-Brand tätig. „Und dazwischen gab es noch einige Fehlversuche, über die ich heute nicht mehr rede“, sagt Schmack lachend. Jetzt will er eigene gastronomische und geschäftliche Ideen umsetzen. Und dafür scheint ihm das „Haus Zahlepohl“ gegenüber des Raerener Töpfereimuseums der geeignete Ort zu sein.

Als Nachfolger von Katy-Anne Pirson und Bernard Zacharias wird er in der Brasserie (Eingangsbereich), im Restaurant (hinten) und im Sälchen (oben) gleich mehrere Bewirtungskonzepte anbieten. Und zudem seine Catering-Aktivitäten für Essen außer Haus und bei Events ausdehnen.

Torsten Schmack bezeichnet sich selbst als „ehrgeizig, aber bodenständig“. Und dies spiegelt sich in den Ideen wider, die er für seine neue Location hat. Vieles von dem, was er auf den verschiedenen Ausbildungs- und Berufsetappen gelernt und erfahren hat, soll in seine Küchenideen für das Restaurant „Schmackhaft“ einfließen: „Vom österreichischen Knödel bis zur Boulette Liégeoise, und noch ganz vieles mehr“, sagt er.

Der Vertrag mit der Gemeinde Raeren beinhaltet die Verpflichtung, an einer Mindestanzahl von Tagen mittags und nachmittags geöffnet zu haben. Torsten Schmack will von dienstags bis samstags unter der Bezeichnung „Raerener Topf“ von 12 bis 14 Uhr einen klassischen, bodenständigen Mittagstisch und einen anspruchsvolleren Business-Lunch sowie nachmittags Kaffee und Kuchen anbieten. Sonntags wird es eine „Snackkarte“ geben und abends bietet er auf Reservierung für Gruppen ab acht Personen gastronomischer ausgerichtete Menüs an. Zusätzlich Catering in jeder denkbaren Form sowie eigene Produkte, die er in Form von Einkochgläsern zum Mitnehmen und möglicherweise später auch auf anderen Wegen zum Kauf anbieten will. „Ja, ich habe viel vor, ich will auch wachsen. Aber erst einmal muss ich es langsam angehen lassen und lernen, was die Kundschaft an diesem Standort erwartet“, sagt er.

Am liebsten würde Torsten Schmack wohl alles gleichzeitig machen. „Ja, ich habe viele Ideen in alle möglichen Richtungen und werde schauen, wie es sich entwickelt“, fasst er zusammen.

Kreativ, offen

und voller Ideen

Ganz wichtig ist ihm das Verarbeiten regionaler Produkte in seiner Küche. „Ich habe schon viele Erfahrungen zur Qualität dessen sammeln können, was die Produzenten der Region anbieten, da muss man nichts rund um die Welt transportieren“, sagt er. Kreativ und offen will er sein und vor Ideen sprudelt er förmlich: „Ich liebe das Neue und die Herausforderung“, so beschreibt er sich selbst.

Beim Adventsmarkt auf dem Dorfplatz hat Torsten Schmack sich der Raerener Bevölkerung mit Brüsseler Kartoffelwaffeln vorgestellt, gefüllt je nach Geschmack mit Forellentopping, mit gegrillter Rinderbrust, Rotkohl und Raerener Senf oder vegetarisch mit Göhltaler Käse und Zwiebelkonfitüre. Die ersten Reaktionen auf das, was er im „Schmackhaft“ anbieten werde, seien sehr positiv, sagt der junge Mann, den man auch „Totti“ nennt. Mehr als 500 „Likes“ bei Facebook beweisen nicht nur die hohe Erwartungshaltung an das „Schmackhaft“, sondern auch die Integration von Torsten Schmack in Dorf und Gemeinde: „Ich habe fast 25 Jahre lang in Eynatten Handball gespielt und mein Freundeskreis spielt entweder Fußball oder Tennis“, sagt er. „Viele kennen mich und ich kenne viele“, fügt er hinzu.

Die Übergangsphase sowie die Zeit der Einrichtung und Vorbereitung war stressig. „Rustikal-modern“ beschreibt er das Ambiente in seiner Gaststätte. Blausteinwände und Holzbalken, dazu Bauern-Eichentische mit modernen Elementen, später vielleicht ein offener Kamin – es soll nicht nur schmackhaft, sondern auch einladend und gemütlich sein.

Sehr froh ist er darüber, dass er in seiner Familie Unterstützung für sein Projekt findet. „Mein Vater steht kurz vor der Pensionierung und er wohnt hier ganz in der Nähe. Er freut sich schon auf das, was kommt“, sagt Schmack, der auch auf die Hilfe von Mutter, Schwester und Freundin rechnen darf. „Ich kann ja nicht gleichzeitig kochen und im Service sein“, lacht er. Die Terrasse vor dem Haus im Sommer und das Sälchen für Feste aller Art in der Größenordnung von bis zu 60 (oder mehr) Gästen bieten ihm im Haus Zahlepohl viele Möglichkeiten. Und natürlich das Töpfereimuseum gegenüber, mit dem eine offene und flexible Zusammenarbeit nach seiner Überzeugung beiden Seiten zugute kommen wird. Die ersten Kontakte seien offen und sehr gut, berichtet er.

Im Dezember ist schon alles voll: „Stopp vor dem Start“

Auch Wanderer werden am Zahlepohl willkommen sein. Der neue Konzessionär weiß, dass der Standort an der Burg als Ausgangspunkt von Touren durch die Raerener Wiesenlandschaft sehr beliebt ist. Schon in den letzten Wochen, als er mit Einrichtungsarbeiten beschäftigt war, musste er Dutzende potentielle Besucher abweisen.

Und seit er das Datum der Eröffnung bei Facebook bekannt gegeben hat, gab es eine derart große Nachfrage von Interessenten, dass er inzwischen „Stopp vor dem Start“ sagen musste. „Bis Ende des Jahres sind wir ausgebucht. Ab dem 1.1. nehmen wir Reservierungen sehr gerne jetzt schon entgegen“, teilt Schmack seiner Kundschaft mit.

Sein Mittagstisch startet am 2. Januar. Ab dem kommenden Dienstag wird es im „Schmackhaft“ Kaffeebetrieb und eine kleine Snackkarte geben, immer dienstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr.

info@schmackhaft.be, Tel. 0494/11 25 29, www.schmackhaft.be

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