Während manche auf eine rasche Wiederbelebung des Friedensprozesses und eine baldige Waffenruhe hoffen, sehen andere die Visite nur als Teil der Vorbereitungen für einen Abzug der US-Truppen aus dem Land. Ein Taliban-Sprecher sagte am Freitag, es sei noch zu früh, um auf Trumps Aussagen zu reagieren.
Der US-Präsident hatte bei seinem Besuch am Feiertag Thanksgiving angekündigt, die USA würden so lange in Afghanistan bleiben, bis ein „Deal“ mit den Taliban erzielt sei – „oder wir einen totalen Sieg haben“. Zugleich kündigte Trump an, die US-Truppenstärke auf etwa 8.600 reduzieren zu wollen. Derzeit sind zwischen 10.000 und 13.000 amerikanische Soldaten in dem Land stationiert.
Optimismus lösten in Afghanistan vor allem die Aussagen Trumps in Bezug auf eine Waffenruhe aus. Washington spreche mit den Taliban, und eine Bedingung für eine Verständigung sei eine Waffenruhe, sagte Trump. Er glaube, dass die Taliban mittlerweile auch eine Waffenruhe wollten, sagte Trump weiter. „Das zeigt, dass Afghanistan und die USA nun der gleichen Meinung sind“, schrieb ein Nutzer auf Twitter.
Der bekannte afghanische Unternehmer Kawun Kakar vertrat die Ansicht, Trump habe mit seinem Besuch nur seine Pläne für einen Abzug der US-Streitkräfte aus dem Land erklären wollen. Afghanen sollten sich „auf ein künftiges Afghanistan ohne US-Streitkräfte vorbereiten“.
Anfang September hatte Trump die seit Juli 2018 laufenden USA-Taliban-Gespräche nach einem Anschlag in Kabul, bei dem ein US-Soldat starb, abgebrochen. (dpa)

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