Vertreter der Behörden, der Polizei, aus Politik, Kirche und der Zivilgesellschaft nahmen an der Feierstunde anlässlich des Waffenstillstandes teil, die in diesem Jahr eine ganz besondere Note hatte, liegt die Ardennenoffensive doch fast 75 Jahre zurück.
Erstmals übernahm Herbert Grommes in seiner Funktion als Bürgermeister der Stadt St.Vith die Ansprache in der St.Vither Pfarrkirche bevor es nach draußen ging.
Er erinnerte daran, das während des Ersten Weltkrieges im Kanton St.Vith 1.082 junge Männer ums Leben kamen, da sie Kriegsdienst leisteten bzw. leisten mussten. „Unsägliches Leid kam dadurch noch über viel mehr Familien, die ihren Mann, Vater, Sohn oder Bruder für immer verabschieden mussten.“ Weiter ging er auf die Ursache des Zweiten Weltkrieges ein. „Die politischen Strukturen, deren Aufgabe es war, das Gemeinwesen zu organisieren, waren zu schwach, um sich zu artikulieren, nahmen also ihre Verantwortung nicht wahr, mit der sie die Wähler ausgestattet hatte.“
Und Grommes zog die Parallele zu heute: „Besteht nicht eine verblüffende Ähnlichkeit zu Entscheidungswegen, wie wir sie heute sehr oft kennen. Druckgruppen und multinationale Unternehmen nehmen Einfluss auf Regierende und Gesetzgebungen, die nur auf die eigenen Interessen fokussiert sind, nicht aber ein gesamtgesellschaftliches Ziel vor Augen haben.“
Aus diesem Grund habe er Verständnis für einen gewissen Unmut, jedoch warnte: „Es löst heute bei vielen zu Recht Unverständnis gegenüber den politisch Verantwortlichen aus, was durch extreme Kreise rhetorisch geschickt in Wahlerfolge umgewandelt wird. Demokratie und Politik – in ihrer positiven Bedeutung – spielen auch heute de facto nicht mehr in allen Bereichen ihre Rolle. Das dürfen wir nicht zulassen.“
Letztendlich könne die Problematik in einer Fragestellung zusammengefasst werden: „Welches Menschenbild wollen wir leben? Welches Gesellschaftsbild wollen wir verteidigen?“ Die Vorgaben seien doch wohl einem jeden klar, meinte der Bürgermeister abschließend in die Runde der anwesenden Menschen. „Fangen wir heute und jetzt an. Es liegt an uns.“ (red)

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