Glauben bequemer als wissen

Im Artikel „Emotionen, Mathematik und das Recht“ wird die das Verfahren leitende Richterin Frau Bonhomme (nicht Vos de Wael!) mit folgenden Worten völlig korrekt zitiert: „Sie müssen akzeptieren, dass ein Tausch des Motors unmöglich war.“

Nicht nur, dass sie mit dieser Behauptung dem Appellationshof, der genau diese Frage noch zu klären hat, in inakzeptabler Weise vorgreift, nein, sie nimmt darüber hinaus die Position der Partei ein, die sich dagegen wehrt, dass ihr, der Richterin, die neuen Unterlagen vorgelegt werden, die das Gegenteil beweisen würden. Sie schenkt also lieber einem fragwürdigen Gutachter und einem plötzlich verstummten Gerichtsvollzieher Glauben, als sich von Fotos und der Mathematik eines Besseren belehren zu lassen.

Des Weiteren hob die Porsche-Anwältin hervor, dass ihr Mandant sogar einen Mediator eingeschaltet hatte. Verschweigt aber dann, dass Porsche zuvor Anfang September 2014 die Einladung vom Lütticher Handelsgericht zu einem Mediationsversuch kurzerhand ausschlug und dass besagter Mediator die Porsche-Manager weder dazu bewegen konnte, eidesstattlich zu versichern, dass meine Patentrechte nicht verletzt werden, noch dazu bewegen konnte, mir die vollständige Homologation ihres Rennmotors vorzulegen.

Im GrenzEcho-Artikel hat sich übrigens ein weiterer kleiner Fehler eingeschlichen. Der in Spa Anfang Mai 2014 vom Gerichtsgutachter untersuchte Motor war kein „4.5-Zylinder“ sondern ein 4.5Liter-V4-Motor und der von Porsche bei dieser Meisterschaft eingesetzte Motor war kein „Zwei-Zylinder“ sondern, laut FIA-Homologation, ein 2.0Liter-V4-Motor, in den möglicherweise eine Nachexpansion gemäß meiner Patente integriert war.

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