Bei der aufwendigen Suche nach einer Giftschlange in evakuierten Mehrfamilienhäusern setzt die Stadt Herne jetzt auf eine Fachfirma. Die Experten seien in ähnlichen Fällen bereits tätig gewesen. Die Einsatzkräfte gehen laut den Informationen der Stadt weiter davon aus, dass das gefährliche Tier noch in einem Mehrfamilienhaus ist.
Die Schlange, eine hochgiftige Monokelkobra mit einer geschätzten Länge von mindestens 1,40 Metern, war am Sonntag im Treppenhaus von einer Bewohnerin entdeckt worden. Die Stadt vermutet, dass die Kobra aus der Wohnung eines Mieters stammt, in der dieser rund 20 Giftschlangen hielt. Ihm wurde die Haltung der Schlangen mittlerweile untersagt. Der Mann hatte nach Angaben der Stadt Herne bestritten, dass die Kobra aus seinen Beständen stammt. Das Mehrfamilienhaus und drei weitere Häuser wurden aus Sicherheitsgründen am Sonntag evakuiert. Dreißig Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.
Schlangen gehören ins Terrarium. Doch wie verhalte ich mich, wenn ich unvermittelt einem ausgebüxten Exemplar begegne? „Ruhig bleiben“, empfiehlt Schlangen-Sachkundeprüfer Ralf Hörold aus Gerolsheim. Denn es gäbe keine Schlange, die einen verfolgt.
„Die Schlange wird als erstes die Flucht ergreifen. Darauf können Sie Gift nehmen“, beruhigt Hörold. Er rät, sich dennoch langsam zurückzuziehen. Das Tier würde einen erst angreifen, wenn es sich angegriffen fühlt. Doch bevor etwa eine Kobra beißt, würde sie einen warnen. „Dann stellt sie sich auf und faucht“, sagt der Fachmann von der Schlangen AG der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT).
Schlangenhalter haben vor allem für ein ausbruchsicheres Terrarium zu sorgen. „Es sollte abschließbar sein, am besten mit einem Hakenschloss“, erklärt der Experte. Und für den Fall aller Fälle sollte die Tür in dem Raum mit dem Terrarium auf keinen Fall einen Spalt zum Boden haben. Zugänge zu Heizungsrohre sind auszuschäumen, damit sie keine Durchschlupfmöglichkeit eröffnen. (dpa)

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