Sex im Gefängnis bleibt Tabu

<p>Sex im Gefängnis bleibt Tabu</p>

Mehr als ein Viertel der Gefangenen gab demnach an, nicht über sexuelle Probleme oder Missbrauch zu sprechen. Infolgedessen erhalten die Gefangenen oft nicht die Hilfe, die sie benötigen. Die Initiatoren der Umfrage möchten dies ändern. Ihre Forderung: Gefangenen die Möglichkeit geben, ihr Sexualleben ausleben zu können. „Das bleibt vorerst schwierig, denn das Tabu ist groß“, so Boulanger.

Das Streben nach bestmöglicher Gesundheit ist ein allgemeines Grundrecht. Die Weltgesundheitsorganisation zählt dazu auch die sexuelle Gesundheit: „Das bedeutet nicht nur Schutz vor sexueller Gewalt, sondern auch die Möglichkeit, sexuelle Kontakte und Beziehungen einzugehen. Gerade letzteres ist für Gefangene schwierig“, sagt Boulanger.

Was sich sicher jeder denken kann: das Sexualbedürfnis lässt hinter Gittern nicht nach. „Das Thema Sexualität ist für Gefangene genauso wichtig wie für Menschen in Freiheit“, sagt Boulanger. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, mindestens einmal pro Woche zu masturbieren, während ein Drittel sich ebenso häufig pornografisches Material ansieht. Wirkliche Befriedigung habe das nicht zur Folge, sagt Boulanger. „Es sind in der Regel die Häftlinge in einer festen Partnerschaft, die am glücklichsten über ihr Sexualleben sind. Dabei spielt der ungestörte Besuch eine wichtige Rolle.“ Allerdings seien Schäferstünchen im Gefängnis mit hohen Auflagen verbunden.

Rund sieben Prozent der Befragten – die meisten davon homosexuell – gaben zudem zu, dass sie freiwilligen sexuellen Kontakt mit einem anderen Häftling gehabt hätten. „Es ist ein Weg, um das sexuelle Bedürfnis zu befriedigen. In relativ seltenen Fällen dient Sex auch als Verhandlungsgrundlage für Drogen, Lebensmittel oder gar Schutz.“ (belga)

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Kommentare

  • Wie geht es denn mit der Gesundheit der Opfer dieser Häftlinge?

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