Ypern/Hauset
Der Jahresausflug führte den St. Cäcilia Chor aus Hauset am Pfingstmontag nach Westflandern. In Ypern fanden während des Ersten Weltkrieges die blutigen Flandernschlachten statt. Zum eintägigen Programm gehörten diese Geschichte und die Teilnahme an der traditionellen Gedenkzeremonie „Last Post“, wo sie ein eigens zu diesem Anlass komponiertes Stück uraufführten.
Es sollte ein langer Tag werden. Um sechs Uhr machten sich die Mitglieder des Kirchenchores und ihre Angehörigen auf den Weg. Zur Mittagszeit begann die Stadtbesichtigung, die zwei erfahrene Reiseführer leiteten. Reiseführer Luc betonte mehrfach: „Es ist schön, eine Gruppe aus Eupen und Umgebung begrüßen und durch Ypern führen zu dürfen.“
Ebenfalls wurden die ehemaligen Kriegsschauplätze im südlichen Teil der Stadt erkundet, u.a. der „Bayernwald“. Er ist eine militärische Festung, die von deutschen Truppen gebaut und besetzt wurde. Die Schützengräben, die Unterstände und der Bunker sind begehbar. So hautnah am Ort des Schreckens und des internationalen Sterbens von 1914-1918 konnte mancher seine Betroffenheit nicht unterdrücken.
Nach dem Abendessen ging es weiter nach Menenpoort (engl.: Minin gate), ein Ehrenbogen zum Gedenken an die gefallenen Soldaten Großbritanniens und des Commonwealth, wo 54.896 Namen vermisster Soldaten eingemeißelt sind, die ohne eigenes Grab blieben.
Dort warteten schon viele Leute auf den Zapfenstreich. Um punkt 20 Uhr begann die seit 1928 täglich stattfindende Zeremonie. Es wurde still und andächtig. Dirigent Robert Paasch hatte sich, anlässlich der Teilnahme am „Last Post“, zum Ziel gesetzt, ein eigenes Chorlied zu komponieren.
Mohnblumen als Thema setzten, textlich und kompositorisch an die Tragik dieses Ortes angelehnt, ein Zeichen: „Leise weht ein Wind durch´s Feld, roter Mohn in seinen Armen“. Ein Lied, das unvergesslich in die Geschichte des Vereins eingehen wird. Die Partitur, dezent in Szene gesetzt mit einer Zeichnung von Kahina Ibelïdene aus Kelmis sowie die Unterstützung durch Herbert Christoph an der Bratsche, versetzten Chor und Zuhörer in den Bann des grausamen Kriegsendes 1918.
Es folgte der bekannte englische Choral „Bleib bei uns, Herr“. Vorgetragen in den drei Landessprachen. Währenddessen wurden von Angehörigen der vermissten Soldaten Kränze an den Ehrendenkmälern niedergelegt. Symbol für die Geschehnisse ist die rote Mohnblume, die auf dem umkämpften Gebiet immer wieder ihre rote Pracht erscheinen lässt.
Nach einer guten Viertelstunde des andächtigen Verharrens war die Zeremonie beendet. Die Ausflügler aus Hauset traten ihren Heimweg an. Während der Busfahrt erklangen nun Lieder wie „Ein Likörchen für das Kirchenchörchen“ und so gab es zur Überraschung aller dann wirklich ein gespendetes, selbstgemachtes Likörchen für jeden.

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