Mordprozess in Lüttich: Lebenslänglich für die Haupttäter

Vor dem Lütticher Assisenhof wurde am Dienstagabend das Strafmaß gegen die fünf Angeklagten verkündet.
Vor dem Lütticher Assisenhof wurde am Dienstagabend das Strafmaß gegen die fünf Angeklagten verkündet. | Foto: belga

Die Würfel sind gefallen: Die Präsidentin des Assisenhofes verkündete am Dienstagnachmittag das Strafmaß gegen die fünf Angeklagten. Die Anführer, Alexandre Hart und dessen ehemalige Lebensgefährtin Belinda Donnay, wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Dorain Daniels zu 25 Jahren (gefordert waren 29 Jahre), Killian Wilmet, der zum Tatzeitpunkt noch minderjährig war, zu 29 Jahren (gefordert waren 30 Jahre) und Loïck Masson zu 27 Jahren (gefordert waren 30 Jahre). Lebenslänglich bedeutet, dass es keine zeitliche Begrenzung „nach oben“ gibt. Über vorzeitige Entlassungen entscheidet bei entsprechenden Anträgen das Strafvollstreckungsgericht.

Am 26. März hatten die Angeklagten ihren Bekannten Valentin Vermeesch stundenlang in der Wohnung von Belinda Donnay gefangen gehalten, ihn gefoltert, sexuell missbraucht und gedemütigt. Mehrere Täter filmten die Misshandlungen mit ihrem Handy. Die Videoaufnahmen wurden während des Prozesses unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt und verlangten den Geschworenen einiges ab. Darin fleht Valentin seine „Freunde“ an, von ihm abzulassen. Zu hören ist als Antwort das Lachen der Peiniger. Doch nicht genug: Nach den stundenlangen Folterungen gingen die Fünf noch einen Schritt weiter: Sie brachten Valentin Vermeesch ans Ufer der Maas und warfen ihm mit auf dem Rücken gefesselten Händen in den Fluss. Selbst wenn er sich von den Handschellen hätte befreien können, er hätte keine Chance gehabt: Der junge Mann konnte nicht schwimmen. Er hatte panische Angst vor Wasser.

Valentin Vermeesch war ein geistig zurückgebliebener aber hilfsbereiter junger Mann aus Statte, einem Stadtviertel von Huy. Er lebte in einer Patchworkfamilie, seine Mutter hatte mit ihrem neuen Partner, der Valentin adoptiert hatte, weitere Kinder bekommen. Valentin war in seinem Heimatort bekannt. Sein Fortbewegungsmittel war das Fahrrad. Damit fuhr er zu Bekannten, besuchte seine Großmutter und begab sich regelmäßig zu einem Einkaufszentrum, einem beliebten Treffpunkt für Jugendliche. Dort traf er auch auf Alexandre Hart, mit dem er sich anfreundete. Weil der gutgläubige Valentin Alexandre Hart und dem Rest der Clique vertraute, folgte er ihnen, als sie ihn in die Wohnung lockten.

Am 14. April 2017 war die Leiche von Valentin Vermeesch aus der Maas geborgen worden. Kurze Zeit später stellte sich Dorian Daniels der Polizei. Die Tat, die Beteiligten und die Videos kamen langsam aber sicher ans Tageslicht...

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Kommentare

  • Ein richtiges Urteil für diese abscheulichen Menschen. Grausam das Valentin an solche Monster geraten musste.

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