Die größten Pläne hat Mustad Belgium. Das Unternehmen fertigt seit 1948 in Eupen mechanische Bauteile, beschäftigt rund 70 Mitarbeiter und macht etwa 80 Prozent seines Umsatzes im Verteidigungssektor. Es gehört zur norwegischen Mustad United Group, deren Wurzeln bis ins Jahr 1832 zurückreichen. Die Gruppe denkt über den Bau eines neuen Werks in der Deutschsprachigen Gemeinschaft nach. Voraussetzung sei ein langfristiger Vertrag, der die nötige Planungssicherheit bietet. Stark gewachsen ist das Eupener Familienunternehmen Capaul. Seit 2020 stieg die Zahl der Mitarbeiter von 75 auf 130, der Umsatz von 11 auf 27 Millionen Euro. Capaul fertigt Baugruppen unter anderem für die Luftfahrt und die Medizintechnik. Auch Mockel in Baelen legt zu. Innerhalb von rund 18 Monaten wuchs die Belegschaft von 35 auf 50 Mitarbeiter. Der Betrieb automatisiert seine Anlagen und hat das Nachbargrundstück samt Gebäude erworben, um weiter wachsen zu können.
„Diese drei Unternehmen veranschaulichen die industrielle Dynamik unserer Region“, sagte Oliver Paasch. Sie seien hier fest verwurzelt und zugleich auf Märkten weit über die Grenzen hinaus tätig. Pierre-Yves Jeholet sieht die Aufgabe der Politik darin, solchen Familienbetrieben „zu ermöglichen, weiter zu wachsen und hier vor Ort zu produzieren“. Angesichts steigender europäischer Ausgaben für Verteidigung biete sich der Region „eine echte industrielle Chance“, sagte Geoffrey Joris, Direktor von Agoria Wallonie. Davon müssten aber auch die kleinen und mittleren Betriebe profitieren. Die Wallonie will Unternehmen und Forschung in diesem Bereich über ein neues Innovationsfeld mit dem Namen „Schützen“ enger vernetzen. (red/max)

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