Langeweile im Job: Besonders junge Arbeitnehmer sind betroffen

<p>Fast jeder dritte Arbeitnehmer in Belgien langweilt sich gelegentlich im Job. Besonders häufig betroffen sind Beschäftigte unter 35 Jahren.</p>
Fast jeder dritte Arbeitnehmer in Belgien langweilt sich gelegentlich im Job. Besonders häufig betroffen sind Beschäftigte unter 35 Jahren. | Illustrationsbild: dpa

Jüngere Arbeitnehmer langweilen sich häufigerUnter den Beschäftigten unter 35 Jahren geben 43 Prozent an, sich manchmal, häufig oder ständig bei der Arbeit zu langweilen. Bei den 35- bis 54-Jährigen sind es 27 Prozent, bei den Arbeitnehmern ab 55 Jahren nur noch 18 Prozent.

„Junge Arbeitnehmer suchen oft nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch ein Umfeld, in dem sie sich weiterentwickeln können“, erklärt Lode Godderis, Professor für Arbeitsmedizin an der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven).

Wer unter seinem Qualifikationsniveau arbeite, seine Fähigkeiten nicht ausreichend einsetzen könne oder eine Tätigkeit ausübe, die nicht zu seinen persönlichen Werten passe, laufe eher Gefahr, sich zu langweilen.

Erfahrenere Beschäftigte wüssten dagegen häufig genauer, was sie beruflich wollten. Zudem hätten sie im Laufe ihrer Karriere eher eine Tätigkeit gefunden, die zu ihrer Persönlichkeit passe und ihre Fähigkeiten besser zur Geltung bringe.

Viele verschweigen ihre Langeweile

Obwohl Langeweile am Arbeitsplatz weitverbreitet ist, bleibt sie ein Tabuthema. In 55 Prozent der Fälle wissen Vorgesetzte laut Studie nicht, dass sich ihre Mitarbeiter langweilen.

44 Prozent der Betroffenen schweigen lieber und suchen sich selbst eine andere Beschäftigung. Weitere 19 Prozent geben sogar vor, beschäftigt zu sein, um Kollegen oder Vorgesetzte nicht vor den Kopf zu stoßen.

Nur jeder fünfte Arbeitnehmer (20 Prozent) traut sich, das Thema gegenüber Kollegen oder seinem Vorgesetzten anzusprechen.

„Zu sagen, dass man sich langweilt, ist am Arbeitsplatz häufig noch ein Tabu. Dabei wäre es besser, darüber zu sprechen“, erklärt Protime-Sprecher Florent Bovicelli. Möglicherweise habe die Führungskraft das Problem schlicht nicht bemerkt.

Nach Ansicht des Unternehmens könnte eine bessere Übersicht über die Arbeitszeitverteilung innerhalb der Teams helfen. Durch die Erfassung der Arbeitszeit ließen sich Aufgaben besser verteilen und Beschäftigten Tätigkeiten übertragen, die sie stärker fordern und motivieren. (rt)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment