Mängel in Kinderwunschzentren: Zwei belgische Kliniken erhalten Verwarnung

<p>Die belgische Arzneimittelagentur hat bei Kontrollen in zwei Kinderwunschzentren (im Bild: ZAS Augustinus) erhebliche Mängel festgestellt.</p>
Die belgische Arzneimittelagentur hat bei Kontrollen in zwei Kinderwunschzentren (im Bild: ZAS Augustinus) erhebliche Mängel festgestellt. | Archivbild: belga

Bei einer Kontrolle am 23. Juni stellten Inspektoren im ZAS Augustinus sechs erhebliche und 15 weitere Mängel fest. Unter anderem war ein am 9. September 2025 festgestellter schwerwiegender Vorfall erst am 28. Oktober der FAGG gemeldet worden.

Laut Krankenhaussprecherin Evelien Heeren handelte es sich um ein technisches Problem ohne direkte Beteiligung von Patienten. Weder die Patientensicherheit noch die Qualität der Ei- oder Samenzellen seien beeinträchtigt gewesen. Künftig würden solche Vorfälle innerhalb von 14 Tagen gemeldet. Die FAGG habe den Maßnahmenplan der Klinik im Oktober genehmigt.

Auch Klinik in Genk betroffen

Im ZOL in Genk stellten die Inspektoren Mitte Juli fünf erhebliche Mängel fest. Mehrere zugesagte Verbesserungen waren erst Monate später umgesetzt worden. Krankenhaussprecher Jurgen Ritzen begründete die Verzögerungen mit der Spenderkrise. Die Inspektoren akzeptierten dies, bemängelten jedoch, dass die FAGG nicht informiert worden war.

Zudem fehlte ein Testbericht für die Software zur Verwaltung von Spender- und Patientendaten. Laut Ritzen sind inzwischen alle Mängel behoben.

Kontrollen nach Samenspender-Skandal

Die FAGG kann die Zulassung der Kliniken aussetzen oder entziehen, wenn Maßnahmenpläne unzureichend sind oder bei weiteren Kontrollen dieselben Verstöße festgestellt werden.

Seit dem Frühjahr überprüft die Behörde sämtliche belgischen Kinderwunschzentren. Hintergrund ist ein Skandal aus dem Jahr 2025: Das Sperma eines dänischen Spenders hatte in Belgien bei 38 Frauen zur Geburt von mehr als 50 Kindern geführt. (belga/rt)

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