Nicht in abstrakten Statistiken

<p>Die Optionen für die (Um)nutzung von Wohneigentum aus den siebziger, achtziger und teils auch noch (frühen) neunziger Jahren können sehr unterschiedlich ausfallen.</p>
Die Optionen für die (Um)nutzung von Wohneigentum aus den siebziger, achtziger und teils auch noch (frühen) neunziger Jahren können sehr unterschiedlich ausfallen.

Für die Babyboomer tun sich auch mit fortschreitendem Alter unterschiedliche Optionen auf, die ihnen eine höchstmögliche Wertigkeit ihres Wohneigentums eröffnen. Zunächst einmal der Wunsch zu bleiben - aber per altersgerechtem Umbau die Funktionalität anzupassen. Bodengleiche Dusche, weniger Stufen oder helleres Ambiente - Aspekte, die das vertraute Zuhause länger nutzbar machen.

Daneben kann die Umsiedlung in eine kleinere, pflegeleichtere Wohnung Aufwand und Kosten reduzieren. Gleichzeitig wird Kapital aus der Immobilie frei, das im Ruhestand zusätzliche finanzielle Sicherheit schaffen kann. Wer seine Immobilie dennoch behalten möchte, kann sie unter Umständen auch vermieten. Nicht vollumfänglich, sondern ein im Alter ungenutzter Teil. Womit das Eigentum erhalten bleibt und laufende Einnahmen generiert. Besonders wenn bei der Rente das Eis immer dünner wird.

Eine Übertragung an die Kinder kann durchaus sinnvoll sein, sollte aber rechtlich und mehr noch steuerlich präzise durchdacht werden, um später nur ja keine Reue zu hegen. Gerade bei größeren Vermögenswerten lohnt sich unabhängige Beratung.

Unerlässlich ist zudem, vor einer Verkaufsentscheidung den baulichen Zustand der Immobilie realistisch bewerten zu lassen. Käufer achten heute deutlich stärker als früher auf Energieverbrauch, Heizung und drohende Modernisierungskosten.

Wer ohnehin verkaufen möchte und zudem in einer weniger attraktiven Region lebt (gegebenenfalls noch mit Landflucht), sollte die Entscheidung nicht unbegrenzt aufschieben. Ein langfristig wachsendes Angebot im Umfeld kann die Verhandlungsposition verschlechtern. Von daher kann das Timing des angedachten Verkaufs durchaus maßgebend sein.

Jedoch werden die in steigendem Maße verfügbaren Immobilien mehr als nur den Wohnmarkt beeinflussen. Zugleich verändert dieselbe Generation gerade Arbeitsmarkt und Rentensystem. Der Wandel verläuft nun mal nicht irgendwo in abstrakten Statistiken. Er findet in Häusern, Familien und ganz persönlichen Entscheidungen statt.

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