Der norwegische Komponist Kim André Arnesen widmet sich diesen Fragen in seinem „Requiem for Solace“. Am 1. November, dem Hochfest Allerheiligen, wird das Werk von Carmina Viva und dem Ensemble Ellipse in der Pfarrkirche Rocherath aufgeführt.
Arnesen nimmt eine der ältesten Formen der geistlichen Musik zum Ausgangspunkt – eine Gattung, die sich im Laufe ihrer Geschichte immer wieder gewandelt und zunehmend auch von ihrem liturgischen Ursprung gelöst hat.
Das „Requiem for Solace“ verbindet die lateinische Tradition mit englischen Texten und einer modernen Tonsprache. Auch Gedichte von Emily Dickinson finden Eingang in das Werk. So begegnen sich unterschiedliche Zeiten und Perspektiven: die jahrhundertealten Worte der Liturgie und die sehr persönliche Sprache einer Dichterin, die über Verlust, Vergänglichkeit und Hoffnung schreibt.
Musikalisch bewegt sich das Werk zwischen Intimität und großer Klangfülle. Ruhige, beinahe schwebende Passagen wechseln mit eindringlichen Chormomenten. Streichorchester, Trompete und Schlagwerk erweitern dabei die Klangfarben und verleihen der Musik eine besondere Tiefe.
Im Zentrum steht die Suche nach Trost. Die Musik lässt Raum für Trauer und Erinnerung, richtet den Blick aber zugleich auf das, was darüber hinausweist: Verbundenheit, Licht und Hoffnung.
Am Allerheiligentag wird diese Musik zu einem Moment des Innehaltens. Carmina Viva und das Ensemble Ellipse laden in Rocherath dazu ein, sich auf ein Werk einzulassen, das die alte Form des Requiems mit einer sehr gegenwärtigen Frage verbindet: Wie können wir mit dem umgehen, was wir nicht festhalten können?
Das Konzert beginnt am 1. November um 18 Uhr in der Pfarrkirche Rocherath. Veranstalter sind OstbelgienFestival und ArsVitha. (red/ab)

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