Vor allem in Westflandern laufen die Vorbereitungen auf den Sturm, der am Freitagmittag über Belgien ziehen soll. Zahlreiche Städte und Gemeinden haben bereits angekündigt, Parks, Wälder und Friedhöfe vorsorglich zu schließen. Auch an der Küste werden starke Windböen erwartet.
Anfang Januar 2026 hatte Sturm Goretti in Belgien für Schäden gesorgt, wie hier in Oudenaarde. Am Freitag wird nun Sturm Austen mit heftigen Windböen und Regen erwartet.
Die flämische Verkehrsgesellschaft De Lijn hat ihre Baustellen zusätzlich gesichert, um zu verhindern, dass Gegenstände durch die Luft gewirbelt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Küstentram, unter anderem im Bereich Middelkerke. Auch mehrere Veranstaltungen zum Tag der Jugendbewegung wurden im Norden des Landes aus Sicherheitsgründen in geschlossene Räume verlegt. Betroffen sind unter anderem Kortrijk, Roeselare, Brügge und Bredene. In Torhout soll das geplante Frühstück dagegen unter zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen im Freien stattfinden.
Die Brüsseler Feuerwehr appelliert an die Bevölkerung, rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen. Lose Gegenstände auf Balkonen, Terrassen und in Gärten sollten gesichert oder ins Haus gebracht werden. Das gilt insbesondere für Gartenmöbel, Blumentöpfe und Trampoline. Sonnenschirme und Markisen sollten eingefahren, Fenster, Türen und Garagentore geschlossen werden. Soweit gefahrlos möglich, sollten auch Dachrinnen und Abflüsse von Laub befreit werden. Außerdem empfiehlt die Feuerwehr, Fahrzeuge möglichst nicht unter Bäumen oder in der Nähe von Baugerüsten abzustellen, Mobiltelefone aufzuladen und die offiziellen Wetterwarnungen zu verfolgen. Während des Sturms sollten die Menschen möglichst in Gebäuden bleiben und Abstand zu Fenstern halten. Parks, Wälder, Alleen mit großen Bäumen und Baustellen sind zu meiden. Ausdrücklich warnt die Feuerwehr davor, auf Dächer zu steigen, lose Bauteile zu entfernen oder abgebrochene Äste zu beseitigen. Heruntergefallene Stromleitungen dürfen keinesfalls berührt werden. Auch überflutete Keller sollten nicht betreten werden, wenn elektrische Anlagen mit Wasser in Kontakt gekommen sein könnten.
Nach dem Sturm sollten Schäden erst begutachtet werden, wenn keine Gefahr mehr besteht. Die Feuerwehr empfiehlt, Schäden zu fotografieren und gegebenenfalls die Versicherung oder einen Fachbetrieb einzuschalten. Für nicht dringende Sturmschäden, bei denen die Feuerwehr benötigt wird, steht vorzugsweise das Onlineportal www.1722.be zur Verfügung. Bei Aktivierung ist auch die Telefonnummer 1722 erreichbar. Bei unmittelbarer Gefahr für Menschen gilt weiterhin die Notrufnummer 112.
Der Name des Sturms sorgt unterdessen für eine Besonderheit: Eigentlich hätte der erste Sturm der Saison in Belgien Adam heißen sollen. Diesen Namen hatte das KMI gemeinsam mit den Wetterdiensten Frankreichs, Luxemburgs, Spaniens und Portugals vorgesehen. Da jedoch Großbritannien als erstes Land die Warnstufe Orange ausgerufen hat, wird der dort vergebene Name Austen übernommen, wie Meteorologe David Dehenauw erklärte. (belga/sc)

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