Ausschreitungen treffen in Lüttich Handel und Hotellerie

<p>Zerstörte Fensterscheiben zeugen von den Ausschreitungen in Lüttich.</p>
Zerstörte Fensterscheiben zeugen von den Ausschreitungen in Lüttich. | Foto: Nicolas Tucat/afp/belga

Das endgültige Ausmaß der Schäden lässt sich erst nach der Bearbeitung der einzelnen Schadensfälle feststellen. Auch die wirtschaftlichen Verluste sind bislang schwer zu beziffern. Als Beispiel nannte Drèze das Geschäft Smartoys in der Rue de la Régence, dessen Umsatz seit Beginn der Ausschreitungen nach eigenen Angaben um 50 Prozent zurückgegangen ist. Hinzu kommen Kosten für Reparaturen, Sicherheitsmaßnahmen und Bewachung.

Auch die Hotels in Lüttich spüren die Folgen. Nach Angaben des örtlichen Hotelierverbands wurden für den Zeitraum vom 5. bis 31. Oktober bereits mehr als 700 Übernachtungen storniert. Da diese Zahl lediglich auf den Rückmeldungen eines Teils der Mitgliedsbetriebe beruht, dürfte die tatsächliche Zahl höher liegen. Zudem wurden Tagungen und Veranstaltungen abgesagt.

Die erneuten Ausschreitungen am Samstag hätten die Situation zusätzlich verschärft, erklärte Drèze. Damit sei bereits das zweite aufeinanderfolgende Samstagsgeschäft beeinträchtigt worden. „Dieser verlorene Umsatz lässt sich nicht wieder hereinholen“, bedauerte der Schöffe.

Seit dem 8. Oktober dient das städtische Handelsbüro als zentrale Anlaufstelle für betroffene Geschäftsleute. Dort erhalten sie Informationen und Unterstützung, unter anderem bei der Abwicklung von Versicherungsangelegenheiten. Am Freitag reaktivierte das Gemeindekollegium zudem eine spezielle Unterstützungsstelle. Ergänzend wurde ein psychologisches Hilfsangebot der Polizei eingerichtet.

Um die Kommunikation zu verbessern, organisiert die Stadt eine WhatsApp-Gruppe, in der jeweils zwei bis drei Geschäftsleute pro Straße als Ansprechpartner fungieren sollen. Dadurch sollen Infos zwischen Verwaltung und Handel schneller ausgetauscht werden können. Konkrete finanzielle Hilfen der Stadt kündigte Drèze zunächst nicht an. Er verwies auf die angespannte kommunale Haushaltslage. Stattdessen liefen Gespräche mit der föderalen und der wallonischen Ebene sowie mit der Wirtschaftsförderungsorganisation GRE und Wallonie Entreprendre. Auch bereitet die Stadt eine Kommunikationskampagne vor, um wieder mehr Kunden ins Zentrum zu locken. Im Mittelpunkt stehen die Einkaufsaktionen zum Jahresende, darunter verlängerte Ladenöffnungszeiten am Abend und verkaufsoffene Sonntage. (belga/jj)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment