Leere Lachgaskartuschen entwickeln sich in Brüssel zunehmend zu einem kostspieligen Müllproblem. Seit Jahresbeginn hat die Stadtreinigung bereits 38,3 Tonnen der Metallbehälter aus dem öffentlichen Raum entfernt. Damit wurde schon vor Jahresende ein neuer Höchstwert erreicht.
Die Zahlen stellte der Brüsseler Schöffe für öffentliche Sauberkeit, Anas Ben Abdelmoumen (PS), am Montag in einer Kommission vor, die sich mit der Bekämpfung verschiedener Formen öffentlicher Belästigung befasste.
Die Entwicklung zeigt deutlich nach oben. Während die Stadtreinigung 2023 noch 18,3 Tonnen weggeworfene Lachgaskartuschen einsammelte, waren es 2024 bereits 27,5 Tonnen. Im vergangenen Jahr stieg die Menge auf 36 Tonnen. 2026 sind es bislang 38,3 Tonnen – obwohl noch mehr als zwei Monate bis zum Jahresende verbleiben. Damit hat sich die eingesammelte Menge innerhalb von nur drei Jahren bereits mehr als verdoppelt.
Für die Stadt bedeutet das nicht nur mehr Arbeit beim Einsammeln. Auch die sichere Lagerung und Entsorgung der Kartuschen stellt die Behörden vor Herausforderungen. Denn die Behälter dürfen nicht einfach mit dem gewöhnlichen Hausmüll verarbeitet werden. Gelangen sie in Müllverbrennungsanlagen, besteht Explosionsgefahr. „Deshalb mieten wir spezielle Lagerboxen, um die Lachgaskartuschen sicher aufzubewahren. Anschließend werden sie von einem spezialisierten Unternehmen verarbeitet“, erklärte Ben Abdelmoumen vor der Kommission.
Dieser zusätzliche Aufwand schlägt sich zunehmend in den Kosten nieder. Im Jahr 2023 gab Brüssel rund 46.000 Euro für die sichere Lagerung und Verarbeitung aus. Zwei Jahre später waren es bereits 79.000 Euro. Das entspricht einem Kostenanstieg von rund 72 Prozent.
Angesichts der wachsenden Müllmengen und Entsorgungskosten hält Ben Abdelmoumen umfassendere Maßnahmen für notwendig. „Der Kampf gegen diese Lachgaskartuschen erfordert einen bereichsübergreifenden Ansatz“, betonte der Schöffe. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren