„Nichts rechtfertigt Gewalt, Sachbeschädigungen, Plünderungen oder Angriffe auf Menschen“, erklärte Delville. Diejenigen, die vermummt Dinge zerstörten oder plünderten, repräsentierten nicht die große Mehrheit der Jugendlichen, die ihre Sorgen friedlich zum Ausdruck bringen wollten.
Der Bischof, der innerhalb der belgischen Bischofskonferenz auch für das katholische Unterrichtswesen im französisch- und deutschsprachigen Landesteil zuständig ist, verwies auf die Sorgen junger Menschen hinsichtlich ihrer Ausbildungskosten, Studienbedingungen und Zukunftsperspektiven. Diese Anliegen müssten ernst genommen werden, ohne Gewalt zu rechtfertigen. Zugleich hob Delville Beispiele gegenseitiger Hilfe während der Ausschreitungen hervor. So habe der Kanoniker Pierre Hannosset vor der Lütticher Kathedrale das Gespräch mit Demonstranten gesucht. Als er durch Tränengas beeinträchtigt worden sei, hätten ihm Jugendliche Hilfe angeboten.
Auch den Lehrkräften und Schulleitungen, die derzeit erheblichen Belastungen ausgesetzt seien, sprach Delville seine Unterstützung aus. An die Jugendlichen appellierte er: „Lasst euch nicht in eine Gewalt hineinziehen, die euch überfordert und letztlich das zerstört, was ihr verteidigen wollt. Eure Stimme zählt. Eure Sorgen müssen gehört werden können.“ (jj)

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