Zehntausende protestieren in Brüssel – Krawalle überschatten Gewerkschaftsaktion

<p>Zehntausende protestieren in Brüssel – Krawalle überschatten Gewerkschaftsaktion</p>
Foto: belga

Nach offiziellen Angaben der Polizei beteiligten sich rund 30.000 Menschen an der Demonstration, die vom Brüsseler Zentralbahnhof zum Südbahnhof führte. Die sozialistische Gewerkschaft FGTB sprach dagegen von 50.000 Teilnehmern.

„Damit hatten wir nicht gerechnet. Für eine Warnaktion ist das ein beispielloser Erfolg“, erklärte FGTB-Präsident Bert Engelaar nach der Ankunft des Demonstrationszuges am Südbahnhof.

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Die hohe Beteiligung zeige nach Ansicht des Gewerkschaftschefs, wie groß die Unzufriedenheit mit der Politik der Regierung von Premierminister Bart De Wever (N-VA) sei. „Die Menschen haben es satt, dass das Geld immer aus ihren Taschen geholt wird. Das Gleichgewicht ist völlig verloren gegangen, und die Menschen sind empört und wütend“, sagte Engelaar. Die Gewerkschaften fordern, dass alle gesellschaftlichen Gruppen ihren Beitrag zur Sanierung der Staatsfinanzen leisten.

Vermummte greifen Polizei an

Bereits vor Beginn der eigentlichen Demonstration kam es zu ersten Zwischenfällen. Hunderte überwiegend schwarz gekleidete und vermummte Jugendliche suchten die Konfrontation mit den Einsatzkräften. Sie warfen unter anderem Glasflaschen, Mülltonnen, Stöcke und Feuerwerkskörper in Richtung der Polizei.

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Diese setzte wiederholt Wasserwerfer und Tränengas ein. Mehrere Personen wurden festgenommen, zudem gab es Verletzte.

Besonders angespannt war die Lage rund um den Zentral- und den Südbahnhof. Dort hinterließen Randalierer eine Spur der Verwüstung. Am Südbahnhof wurde ein Bus der Brüsseler Verkehrsgesellschaft STIB beschmiert und beschädigt. Auch zahlreiche Straßenmöbel wurden zerstört.

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An mehreren Stellen legten die Randalierer Feuer. Unter anderem wurden Leihfahrräder angezündet und als Barrikaden genutzt, um die Polizei aufzuhalten. Auf dem Boulevard de l'Empereur nahe dem Zentralbahnhof wurden außerdem mehrere Autos beschädigt. Noch gegen 14.30 Uhr blieb die Situation in Teilen der Innenstadt unruhig.

Gewerkschaftschef distanziert sich von Gewalt

FGTB-Präsident Engelaar verurteilte die Ausschreitungen. „Für mich ist Gewalt niemals eine Lösung, aber ich verstehe die Beschwerden der Jugendlichen“, erklärte er. Zugleich betonte er, dass sich zahlreiche junge Menschen friedlich an der Demonstration beteiligt hätten.

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Bereits im Vorfeld hatte der Gewerkschaftschef mögliche Randalierer aufgefordert, zu Hause zu bleiben, und an die Demonstranten appelliert, ihren Protest würdevoll auszudrücken.

Auch die Brüsseler Polizei stellte ausdrücklich klar, dass die Ausschreitungen nicht mit den Forderungen oder dem Ablauf der Gewerkschaftsdemonstration in Verbindung stünden. Die eigentliche Kundgebung sei inzwischen vollständig beendet worden. (belga/calü)

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