Für die Untersuchung nahm die Denkfabrik Questionmark die fünf größten Supermarktketten des Landes unter die Lupe. Untersucht wurde, was die Händler in den Bereichen Klima, Umstieg auf pflanzliche Eiweißquellen, nachhaltiges Sortiment und Lebensmittelverschwendung unternehmen.
Beim Anteil pflanzlicher Produkte sehen die Autoren weiterhin erheblichen Spielraum. So kommen lediglich sechs Prozent der angebotenen Fertiggerichte vollständig ohne tierische Zutaten aus. Auch bei Sonderangeboten bleiben tierische Produkte klar in der Mehrheit: Auf eine pflanzliche Werbeaktion kommen neun Angebote für Fleisch oder Milchprodukte.
Auffällig sind laut Studie zudem die angebotenen Portionsgrößen. Rund 75 Prozent der verarbeiteten Fleischwaren werden in großen oder besonders großen Packungen angeboten. Nach Einschätzung der Autoren kann dies einen höheren Fleischkonsum begünstigen. Gegenüber der vorherigen belgischen „Superlist“ aus dem Jahr 2022 hätten sich diese Zahlen kaum verändert.
Rikolto verweist dabei auf die Klimabilanz der Ernährung. Nach Angaben der Organisation sind tierische Produkte für die Hälfte der Treibhausgasemissionen innerhalb des Ernährungssystems verantwortlich. Supermärkte könnten aufgrund ihrer zentralen Rolle Einfluss darauf nehmen, welche Produkte Verbraucher kaufen – etwa über Sortiment, Sonderangebote, Platzierung und Preispolitik.
Ganz ohne Fortschritte bleibt die Bilanz allerdings nicht. Lidl versucht laut Bericht beispielsweise, den Absatz pflanzlicher Alternativen zu fördern, indem bestimmte tierische Produkte und ihre pflanzlichen Alternativen zum gleichen Preis angeboten werden. Zudem werden Alternativprodukte gezielt im Fleischregal platziert. Lidl, Colruyt und Delhaize setzen in ihrer Strategie außerdem auf sogenannte Hybridprodukte, die tierische und pflanzliche Bestandteile kombinieren.
Im Vergleich der fünf untersuchten Supermarktketten schneiden Lidl und Delhaize im Bericht am besten ab, gefolgt von Colruyt und Carrefour. Aldi belegt den letzten Platz.
Der Bericht „Superlist Environment Belgium 2026“ entstand in Zusammenarbeit mit Rikolto und mit Unterstützung von Testachats, BOS+, Bond Beter Leefmilieu und Écoconso. (belga/calü)

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