Aufgedeckt hatte den Fall das flämische Wochenmagazin „Knack“. Der Mitarbeiter hatte den Beitrag unter dem erfundenen Namen „Mohammed El Idrissi“ verschickt und sich darin als homosexueller Muslim aus dem Antwerpener Stadtteil Borgerhout dargestellt. Anlass war ein homophober Angriff auf den Influencer Jonatan Medart und dessen Freund Ende September.
Nach eigenen Angaben wollte der Mitarbeiter mit dem fingierten Beitrag testen, welche Stimmen in den Meinungsspalten flämischer Medien Gehör finden. Er habe zeigen wollen, dass bestimmte Positionen leichter veröffentlicht würden als eher konservative Meinungen. Gegenüber „Knack“ erklärte er, bewusst Übertreibungen und falsche Elemente eingebaut zu haben, damit bei genauer Lektüre erkennbar sei, dass der Text nicht authentisch sei.
Weyts hatte die Aktion zunächst als „einfach nur dumm“ bezeichnet und betont, dass es sich um eine private Initiative gehandelt habe, die nichts mit seinem Kabinett zu tun gehabt habe. Inzwischen zog der Regionalminister auch personelle Konsequenzen: Der Mitarbeiter erhielt eine formelle Rüge, die in seiner Personalakte vermerkt wird.
Eine Entlassung kommt für Weyts dagegen nicht infrage. Der 26-Jährige wisse, dass er „eine enorme Dummheit begangen“ habe, erklärte der Minister. „Aber ich werfe ihn wegen eines einzigen dummen Fehlers nicht vor den Bus, auch wenn er damit mir und meinem Kabinett geschadet hat.“
Opposition fordert weitere Konsequenzen
Für die Oppositionsparteien Anders und Groen reicht die Reaktion nicht aus. Anders-Fraktionschefin Stephanie D’Hose bezeichnete Weyts' Vorgehen als „völlig unzureichend“. Es handele sich nicht um einen kleinen Fehler, der mit einem vertraulichen Gespräch erledigt werden könne. Von Mitarbeitern, die mit öffentlichen Mitteln bezahlt würden, sei ein anderes Verhalten zu erwarten. Zudem trage Weyts als Minister die politische Verantwortung für die Vorgänge in seinem Kabinett, argumentiert die Partei.
Auch Groen fordert weitergehende Konsequenzen. Fraktionschefin Mieke Schauvliege sprach von einer „öffentlichen Täuschung“. Sie verwies ebenso wie Anders auf den Verhaltenskodex für Kabinettsmitarbeiter, der die Verantwortung für deren Handeln beim zuständigen Minister verorte.
Die Opposition will den Fall deshalb auch im Flämischen Parlament zur Sprache bringen. (belga/calü)

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