Kultur passiert nicht von allein - Was hinter den Veranstaltungen im Jünglingshaus steckt

Seit 1980 verwaltet KultKom das Jünglingshaus und organisiert und betreut die dort stattfindenden Veranstaltungen. Heute ist das Haus einer der festen Kulturorte in Eupen und Ostbelgien – mit Musik, Tanz, Theater, Literatur, Kabarett und Kino.

„Kultur passiert nicht einfach. Hinter jedem Abend, den unser Publikum erlebt, stehen Menschen, die planen, organisieren, aufbauen, Technik machen, Künstler betreuen, Tickets verkaufen und dafür sorgen, dass am Ende alles funktioniert. Genau diese Menschen machen für mich KultKom aus“, sagt Geschäftsführerin Laura Piraprez.

Ein Haus, viele Möglichkeiten

Das Jünglingshaus selbst ist dabei längst mehr als ein klassischer Veranstaltungssaal.

Der große Saal verfügt über 303 Sitzplätze (3 für Plätze für beeinträchtigte Personen) und eine große Bühne. Hinzu kommen das Foyer mit bis zu 120 Plätzen und eine Lobby für kleinere Formate. Ein Aufzug ist vorhanden, und alle räume sind zuganglich für Personen mit einer Beeinträchtigung. Das Kino ist zudem für Personen mit Seh- oder Hörschwäche danke GETA-App zugänglich.

Je nach Veranstaltung kann das Haus damit ganz unterschiedliche Anforderungen erfüllen – von Theater, Konzerten und Filmvorführungen bis hin zu Vorträgen, Seminaren, Empfängen oder gemeinsamen Projekten mit Organisationen und Institutionen.

„Wir haben das große Glück, einen Ort zu haben, der sehr unterschiedliche Formen von Kultur möglich macht“, so Piraprez. „Das Jünglingshaus kann groß und lebendig sein, aber genauso gut Raum für kleine, persönliche Begegnungen schaffen.“

Wenn das Licht im Kino ausgeht

Ein wesentlicher Teil von KultKom ist das Cinema Eupen.

Mit 301 Plätzen ist das Kino fest im Jünglingshaus verankert. Auf dem Programm stehen aktuelle Filme ebenso wie besondere Filmreihen und eigene Veranstaltungsformate. Neben regulären Kinovorstellungen gibt es unter anderem „RetroVision“, die „Planet Erde“-Reihe, die „Filmtage“, französischsprachige Filme und den mittlerweile etablierten „Hühnerabend“.

Gerade solche Formate zeigen, dass Kino für KultKom mehr sein kann als das Abspielen aktueller Filme.

Bei „RetroVision“ werden ältere Filme wieder auf die große Leinwand gebracht. Bei „Planet Erde“ werden gesellschaftliche Themen mit Film und anschließender Begegnung verbunden. Und beim Hühnerabend wird aus einem Kinobesuch ein gemeinsamer Frauenabend im Jünglingshaus.

Auch aktuelle Produktionen aus der Region finden ihren Platz. Im Juli 2026 zeigte das Cinema Eupen beispielsweise „Coma Grey“, einen Film des ostbelgischen Regisseurs Joshua Cremer, der in Koproduktion mit KultKom entstand.

Zwischen Bühne, Leinwand und Backstage

Kulturarbeit besteht allerdings nicht nur aus dem Programm.

Auf der KultKom-Website findet sich eine ungewöhnlich breite Palette an Aufgaben: Kulturmanagement, künstlerische Leitung, Marketing, Ticketing, Technik, Logistik, Hauswirtschaft, Reinigung, Gebäudemanagement und vieles mehr.

„Unser Publikum soll im besten Fall gar nicht darüber nachdenken müssen, wie viel Arbeit hinter einer Veranstaltung steckt“, erklärt Laura Piraprez. „Wenn jemand nach einem Abend nach Hause geht und sagt: ‚Das war ein toller Abend‘, dann haben all unsere Mitarbeiter im Hintergrund ihren Job richtig gemacht.“

Das Team versteht sich dabei nicht nur als Verwaltung eines Veranstaltungsortes. Es geht darum, einen Ort immer wieder mit neuen Ideen zu füllen und gemeinsam zu entwickeln.

Kultur als Begegnungsort

Dass Kultur dabei unterschiedliche Menschen zusammenbringen kann, gehört für KultKom zum Kern der eigenen Arbeit.

Denn eine Kinovorstellung ist nicht nur ein Film. Ein Konzert ist nicht nur Musik. Eine Theateraufführung ist nicht nur eine Bühne.

Es sind gemeinsame Erlebnisse.

Menschen sitzen nebeneinander, lachen gemeinsam, diskutieren nach einer Veranstaltung oder treffen sich im Foyer auf ein Getränk. Künstler begegnen ihrem Publikum. Bekannte treffen sich zufällig wieder. Und manchmal entsteht aus einer Veranstaltung sogar eine neue Idee.

Genau diesen Gedanken fasst KultKom in seinem eigenen Leitsatz zusammen:

„Kultur macht Menschen. Menschen machen Kultur.“

Ein Kulturhaus lebt von seinem Publikum

KultKom möchte deshalb nicht nur Veranstaltungen anbieten, sondern einen Ort schaffen, an den Menschen gerne zurückkehren.

Das gilt für das Cinema ebenso wie für den großen Saal, das Foyer oder die Lobby. Das Jünglingshaus ist barrierefrei zugänglich; direkt hinter dem Gebäude befindet sich zudem der kostenlose Parkplatz Loten.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Aufgabe eines Kulturhauses: nicht nur Programm zu machen, sondern einen Ort zu schaffen, an dem etwas passiert, an dem es menschelt.

„Wir wollen, dass Menschen ins Jünglingshaus kommen und sich angesprochen fühlen – unabhängig davon, ob sie wegen eines Films, eines Konzerts, eines Theaterstücks oder einfach wegen eines gemeinsamen Erlebnisses kommen“, sagt Laura Piraprez.

Seit mehr als 40 Jahren arbeitet KultKom daran, genau diesen Raum zu erhalten und immer wieder neu zu füllen.

Mit Kultur.

Mit Ideen.

Und vor allem mit Menschen.

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