Zahlreiche Festnahmen: Proteste an Frankreichs Sekundarschulen eskalieren

<p>Zahlreiche Festnahmen: Proteste an Frankreichs Sekundarschulen eskalieren</p>
Foto: Loic Venance/AFP/dpa

Die teils gewaltsamen Proteste gegen die schlechten Bedingungen an Frankreichs Schulen haben sich ausgeweitet und zu zahlreichen Festnahmen geführt. Innenminister Laurent Nuñez sprach im Sender „BFMTV“ von 440 festgenommenen Menschen. Ihnen werden überwiegend Sachbeschädigungen oder Angriffe auf Ordnungskräfte vorgeworfen. Die Zahlen seien noch vorläufig.

Insgesamt waren nach Angaben des zuständigen Ministeriums im Laufe des Tages 338 Schulen von Blockaden oder anderen Protestaktionen betroffen. Am Mittag war der Zugang zu 40 Sekundarschulen vollständig blockiert. An 44 weiteren Einrichtungen versuchten Demonstrierende, Blockaden zu errichten. Die Schülergewerkschaft USL sprach ihrerseits von 400 blockierten Schulen.

Schüler beklagen fehlende Lehrer und schlechte Ausstattung

Die Proteste hatten bereits am Freitag an weiterführenden Schulen im Großraum Paris begonnen. Die Schüler beklagen fehlende finanzielle Mittel, einen Mangel an Lehrkräften und teilweise heruntergekommene Schulgebäude.

Bereits am Montag waren bei Protesten in mehreren französischen Städten Dutzende Menschen verletzt und mindestens 164 festgenommen worden. Während die Regierung die Gewalt durch einen Teil der Demonstrierenden kritisierte, warnten Gewerkschaften davor, die Polizei gegen die aus ihrer Sicht legitimen Proteste der Jugendlichen einzusetzen.

Am Dienstag findet in Frankreich zudem ein landesweiter Streik im öffentlichen Dienst statt. Hintergrund sind befürchtete Einsparungen im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr, den Premierminister Sébastien Lecornu am Donnerstag vorlegen will. Frankreich muss Milliarden einsparen, während die Staatsverschuldung einen Rekordwert erreicht hat.

Wie bereits im vergangenen Jahr dürfte es für das politische Mitte-Lager von Präsident Emmanuel Macron schwierig werden, den Haushalt ohne eigene Mehrheit durch das Parlament zu bringen. Lecornu will erneut auf die Sozialisten zugehen, um einen Kompromiss zu finden. Mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr werden allerdings keine radikalen Einschnitte erwartet. (dpa/calü)

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