Zeitdruck als schlechter Berater

<p>Die Ardennen in ihrer landschaftlichen Vielschichtigkeit und geografischen Ausdehnung zwischen Vielsalm und Bouillon bleiben attraktiv – gerade auch für die Menschen aus der Region selbst.</p>
Die Ardennen in ihrer landschaftlichen Vielschichtigkeit und geografischen Ausdehnung zwischen Vielsalm und Bouillon bleiben attraktiv – gerade auch für die Menschen aus der Region selbst.

Dass ungeachtet des überraschenden Preissprungs um stattliche 27.000 € zwischen 2024 und 2025 weiter auch in den Ardennen „Schnäppchen“ möglich sind, liegt für Frédéric Dumoulin auf der Hand. „Zwar ist das Niveau zugleich unerwartet und signifikant gestiegen, doch bleibt der Häusermarkt quer durch die beiden Provinzen erschwinglich.“ Vor allem wenn ein potenzieller Käufer „nicht unter Zeitdruck steht und sich nicht nur auf eine Region fixiert“.

In der Tat sind die Preise teils sehr ungleich, gibt es zwischen Ciney (285.000 €) und Tellin (139.000 €) gravierende Unterschiede. Nicht nur netto, sondern ebenso in der Entwicklung. Während die Preise in ersterer Gemeinde mit +0,9 Prozent stabil blieben, fielen sie in letzterer mit -32,5 buchstäblich in den Keller.

Zu den Gewinnern im ersten Halbjahr zählten Durbuy (+10,7 Prozent auf 254.500 € im Schnitt), Beauraing (+13,9 auf 225.00 €), Somme-Leuze (+28,2 auf 250.000 €) und Vresse-sur-Semois (+34,7 auf 242.500 €). Neid kam dagegen auf in u.a. Houffalize, Rendeux, Nassogne, Gedinne und La Roche, wo sich das Minus auf Werte zwischen 6,1 und 17,5 Prozent einpendelte. Wogegen Gemeinden wie Wellin, Rochefort, Vielsalm oder Saint-Hubert den Abwärtstrend abfedern konnten und quasi einen Status quo erreichten.

Womöglich überraschen mag, dass knapp die Hälfte der Käufer (47 Prozent) ihren Wohnsitz in einer der Gemeinden hat(te). Entweder erwarben sie das Haus, in dem sie bis dahin zur Miete wohnten. Oder aber sie kauften ein Anwesen in Erreichbarkeit zu ihrem (ersten) Wohnsitz. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Zahl der lokalen Käufer um 2,5 Prozent höher.

Insgesamt kamen von Januar bis Juni rund drei Viertel (77,4 Prozent) der Käufer aus einer der fünf wallonischen Provinzen - gegenüber 16 Prozent Flamen, 3,6 Prozent Brüsseler und 2,5 Prozent Ausländer. Auffällig der Anstieg an flämischen Käufern um genau 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Namentlich in Vresse-sur-Semois, wo sie einen Anteil von 58,3 Prozent unter den neuen Eigentümern stellen, gefolgt von Houffalize (40,5) und Érezée (33,3).

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