Quer durch die meisten Gemeinden der (weit gefassten) Ardennen unterliegen die aktuellen Preise teils beträchtlichen Schwankungen. Nachdem es vor Jahresfrist im Grunde überall zwischen Ourthe, Semois und Maas hieß: „Daumen hoch“. In diesem Fall gleichzusetzen mit einer preislichen Hausse, die unbegrenzt schien.
Doch offenbar ist der Häusermarkt erst einmal ausgereizt, wie besonders der Rückgang der Transaktionen auf 1,5 Prozent belegt. Zugegeben… Ein Minus „auf hohem Niveau“, nachdem sich die Notarstuben in den drei vorherigen Jahren vor Terminanfragen kaum retten konnten. In Zahlen: Im Vergleich des ersten Halbjahres 24/25 verzeichneten die Notare vor Jahresfrist ein Plus von ungeahnten 15,4 Prozent - von denen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gerade mal ein Zehntel übrigblieb. Ein Quantensprung, dem freilich drei „dürre“ Jahre vorausgegangen waren. Denn die Zahlen in 2022, 2023 und 2024 waren stark rückläufig (stets um die zehn Prozent), nachdem in 2020 und 2021 die Pandemie einen völlig verrückten und ebenso unerwarteten Boom in den Ardennen ausgelöst hatte.
Kurzum: Derzeit scheint im Blick zurück auf die vergangenen zehn Jahre der Immobilienmarkt in keiner Provinz volatiler als zwischen Durbuy und Virton, zwischen Gouvy und Bouillon. Dessen ungeachtet stufen die Experten die Provinz Luxemburg respektive die Ardennen weiter als „ungebrochen attraktiv“ ein, so Frédéric Dumoulin namens der Fédération du Notariat Belge (fed.not) ein.
Vorerst ein Minus „auf hohem Niveau“
So sei der aktuelle Rückgang eher die Normalität - „und der unverhofft hohe Sprung im Vorjahr die Ausnahme, wahrscheinlich auch bedingt durch die Senkung der Registrierungsgebühren durch die Regierung in Namur, die in den ersten Monaten 2025 quer durch die gesamte Wallonie zu einem Boom führte“.
Dennoch: Gegenüber dem Trend in der gesamten Région Wallonne mit minus 0,1 Prozent von Januar bis Juni stechen die größeren Einbußen in den Ardennen schon ins Auge.
Wichtig ist jedoch, dass das Preisniveau leicht nach oben weist. Selbst wenn sich auch hier beträchtliche Unterschiede zum Vorjahr auftun. Heißt: Die Preise sind deutlich moderater gestiegen als vor Jahresfrist. In Zahlen: Zwischen dem ersten Semester 24/25 registrierte die Branche einen Sprung von 14,2 Prozent. Oder: Von 190.000 € auf 217.000 € im Schnitt für ein Haus.
Dagegen gab es in diesem Jahr gerade mal eine Hausse um 1,4 Prozent auf jetzt durchschnittlich 200.000 € für ein Anwesen in den Ardennen. Und somit 13.000 € weniger als der Schnitt für ein Haus in der gesamten Wallonie.
Übrigens… Appartements gibt er eher wenig in der Provinz Luxemburg, mit Ausnahme des mittlerweile bevölkerungsreichsten Bezirks Arlon mit seinen fünf Grenzgemeinden zum Großherzogtum und besonders zum Ballungsraum Stadt Luxemburg.
Heftiger Druck auf dem Kessel
Mit dem aktuellen Zinsentscheid am 10. September (dem zweiten Anstieg in diesem Jahr) erfüllt die Europäische Zentralbank vorrangig die Erwartungen der Finanzmärkte. Unter besagtem Leitzins versteht die Branche den Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen respektive es dort anlegen können. Dergestalt spiegelt der EZB-Leitzins das allgemeine Zinsniveau im Euroraum, das sich ebenfalls unmittelbar auf die Bau- und Wohnzinsen auswirkt. Mit der Besonderheit, dass letztere Zinsen sich häufig schon früher bewegen, also der Entscheidung der Zentrale in Frankfurt „spekulativ“ vorgreifen. Die Währungshüter hatten am 11. Juni erstmals seit knapp drei Jahren die Stellschrauben wieder angezogen (ebenfalls um fünfundzwanzig Basispunkte). Grund sind die steigenden Inflationssorgen im Zuge des Konflikts in Nahost, die die EZB zu einer strafferen Geldpolitik zwingen, um im Euro-Raum die Preise möglichst stabil zu halten. Womit sie zugleich Einfluss nimmt auf die Konjunkturentwicklung. Letztlich also auch eine Art Drahtseilakt! Dessen Ausgang ähnlich schmerzlich ausfallen könnte wie vor vier Jahren nach dem russischen Überfall auf die Ukraine.

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