Idelux Umwelt zieht Bilanz nach fünf Jahren PMK-Haussammlung

<p>Seit 2021 werden die PMK-Verpackungen alle zwei Wochen direkt an den Haushalten eingesammelt.</p>
Seit 2021 werden die PMK-Verpackungen alle zwei Wochen direkt an den Haushalten eingesammelt. | Foto: Arnaud Siquet/Idelux

Seit Oktober 2021 werden PMK-Verpackungen im Gebiet von Idelux Umwelt nicht mehr ausschließlich über die Recyparks, sondern alle zwei Wochen direkt an den Haushalten eingesammelt. Fünf Jahre nach der Umstellung zieht der Abfallverband nun Bilanz: Pro Einwohnergleichwert landen inzwischen jährlich fast 30 Kilogramm PMK in den blauen Säcken. Vor der Einführung der Haussammlung waren es laut Idelux Umwelt rund zehn Kilogramm. Damals mussten Plastikflaschen und -flakons, Metallverpackungen und Getränkekartons noch zu den Recyparks gebracht werden. Mit der Umstellung wurde zugleich die Palette der zugelassenen Plastikverpackungen erweitert.

„Unser Ziel war es, jährlich 24 Kilogramm PMK pro Einwohnergleichwert zu sammeln, gegenüber rund zehn Kilogramm zuvor“, erklärt Bertrand Lejeune, Technischer Direktor von Idelux Umwelt. „Dank der Ausweitung auf sämtliche Plastikverpackungen und der Umstellung auf die Haussammlung erreichen wir heute nahezu 30 Kilogramm pro Einwohnergleichwert und Jahr. Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger dieses Sammelsystem vollständig angenommen haben.“

Die neue Sammelform hatte auch organisatorische Folgen. Der zuständige Dienst wurde ausgebaut und umfasst nach Angaben von Idelux Umwelt inzwischen einen Vorarbeiter, drei Teamleiter, 15 Fahrer und 25 Lader. Für die Sammlung stehen 14 Fahrzeuge zur Verfügung. Auch die Verwertungsstandorte in Habay, Tenneville und St.Vith mussten ihre Abläufe anpassen, um die angelieferten PMK-Mengen umzuschlagen. Gleichzeitig entstanden in den Recyparks durch die Neuorganisation neue Möglichkeiten, unter anderem für Projekte zur Wiederverwendung gut erhaltener Gegenstände und Baumaterialien.

Parallel zur Ausweitung der Sammlung hat sich auch die Sortier- und Recyclingstruktur in Belgien verändert. Eine wichtige Rolle spielt dabei Fost Plus, das die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Haushaltsverpackungen koordiniert. Zu den neueren Anlagen gehört das Sortierzentrum Sitel in Engis, an dem Idelux Umwelt beteiligt ist. Dort arbeiten rund 65 Personen. Jährlich werden nach Angaben des Abfallverbands rund 40.000 Tonnen PMK aus den Gebieten von Idelux Umwelt und Intradel verarbeitet. Pro Stunde können demnach etwa 6.000 PMK-Säcke sortiert werden.

Sortierung und Wiederverwertung finden zunehmend

in Belgien statt.

Auch die eigentliche Wiederverwertung soll verstärkt in Belgien erfolgen. Im Juli wurde etwa die Anlage Mopet in Neufchâteau eröffnet. Dort können jährlich bis zu 40.000 Tonnen Plastikverpackungen aus verschiedenen Sortierzentren zu neuen Verpackungen verarbeitet werden. Langfristig sollen an dem Standort rund 90 Arbeitsplätze entstehen.

Trotz der gestiegenen Sammelmengen sieht Idelux weiterhin Verbesserungsbedarf. Rund 13 Prozent der eingesammelten PMK-Säcke enthalten nach Angaben des Unternehmens Sortierfehler. Dazu zählen unter anderem ineinandergesteckte Verpackungen, noch gefüllte Flaschen sowie Karton, Textilien und andere Fremdstoffe. Problematisch sind insbesondere Batterien, Elektrogeräte oder gefährliche Abfälle. Werden sie über den PMK-Sack entsorgt, können sie bei Sammlung, Transport und Sortierung Brände oder Explosionen verursachen. Eine bessere Sortierqualität sei deshalb nicht nur für das Recycling, sondern auch für die Sicherheit der Beschäftigten und die Kosten der gesamten Verarbeitungskette von Bedeutung.

Neben der korrekten Trennung rückt für Idelux zunehmend die Vermeidung von Verpackungsabfällen in den Vordergrund. Recycling könne zwar Rohstoffe erhalten und Materialien erneut nutzbar machen, langfristig müsse jedoch bereits die entstehende Abfallmenge sinken. Auch die europäische Verpackungspolitik zielt stärker in diese Richtung. Verpackungen sollen einfacher aufgebaut, besser recycelbar und, wo möglich, durch wiederverwendbare Lösungen ersetzt werden. Für Verbraucher und Unternehmen bedeute dies nach Einschätzung von Idelux daher zweierlei: Verpackungen korrekt zu sortieren und zugleich möglichst wenig davon entstehen zu lassen. (red/jj)

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